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Ein Koma-Patient, der in irgendeinem Krankenhaus vor sich hindämmert, schafft es dank seiner mentalen Kräfte, dass sein Geist den Körper verlässt und so für einigen Trubel sorgt. Aus irgendeinem Grund scheint er es dabei besonders auf seine Frau und ihr gemeinsames Baby abgesehen zu haben. Nachdem er seine bessere Hälfte relativ problemlos um die Ecke gebracht hat, fällt das Kind allerdings in die Obhut der jungen Heather, die allem Anschein nach vor kurzem den Tod ihres Bruders verschuldet hat und seitdem unter einem Trauma leidet. Zusammen mit ihrer Freundin Carol und einigen Kumpels macht sich Heather nun auf den Weg zu einer Party in einem außerhalb der Stadt gelegenen, leer stehenden Luxus-Domizil, was natürlich dem Astral-Killer nur recht sein kann. Aber da gibt’s ja noch einen versifften Polizisten namens Kowalski, der dem komatösen Mörder (bei dem es sich wohl tatsächlich um einen altägyptischen Gott handelt… don’t ask!) auf die Spur gekommen ist und sich nun auf den Weg macht, um den Tag zu retten... Man kann nur spekulieren, dass "Halloween"-Produzent Mustapha Akkad wohl den enormen Erfolg des besagten John Carpenter-Klassikers ein paar Jahre später wiederholen wollte und deshalb erneut einem Independent-Filmer die Chance gegeben hat, einen Schlitzer-Stoff in bewährter Manier aufzubereiten. Aber wie das mit den Geniestreichen halt so ist, lassen die sich kaum auf Zuruf wiederholen und so verwundert es einen nicht, dass dort, wo Carpenter ein Maximum an Spannung und Terror aus seinem dünnen Plot kitzeln konnte, eine untalentierte Nulpe wie Ramzi Thomas nur heiße Luft zustande bringt. Pech außerdem, dass sich der Regisseur im Anschluss auch noch mit seinen Produzenten verkracht hat, die den ersten Rohschnitt für völlig unansehbar befunden und deshalb massive Nachdrehs angesetzt hatten... deswegen nun auch das beliebte Alan Smithee-Pseudonym, wobei man sich beim Blick auf das fertige Ergebnis schon fragt, wie schlecht die ursprüngliche Fassung von "Angriff aus dem Jenseits" eigentlich gewesen sein muss, denn immerhin hat man es hier nur mit einem voller technischer Unzulänglichkeiten und abstruser Szenen steckenden Slasher-Streifen zu tun, dem auch der dünne Phantastik-Anstrich kein Stück weiterhilft. Da passen mal wieder die Anschlüsse nicht, die Darsteller wanken völlig ungeführt wie chloroformiert durch die Sets und das bisschen Action, zu dem man sich aufraffen konnte, macht einen enorm luschigen Eindruck. Inhaltlich ist das Ganze nur ein einziges, ungeklärtes Kuddelmuddel irgendwo zwischen wohl ernsgemeintem Horror-Krimskrams und ungewollter Parodie mit unpassend gesetzten humorigen Einschüben, wobei mit dem Kowalski-Charakter und seinem spleenigen Verhalten wohl so etwas wie ein Anti-Held etabliert werden sollte, was allerdings mal ganz prächtig in die Buxe gegangen ist. Blutleer und mit einem ganz geringen Body Count versehen schleppt sich der Streifen dann durch seine wirre Geschichte, bei der es irgendwie um ägyptische Götter und Astral-Projektionen zu gehen scheint (nicht, dass man da wirklich durchblicken würde!) um schließlich in einem lachhaften Finale zu münden, das ganz unverschämt nach dem Schluss-Akt von "Halloween - Die Nacht des Grauens" schielt... nur, dass Jamie Lee Curtis damals keine großkalibrige Knarre zur Verfügung hatte, um sich gegen Michael Myers zu wehren, aber trotzdem noch cooler war. Kurzum, "Angriff aus dem Jenseits" ist ein ganz großer Haufen Scheisse, der längst zu Recht den Lokus der Filmgeschichte runtergespült wurde und dessen Gestank mittlerweile gänzlich verflogen ist.

2/10

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