In dem amerikanischen Provinznest Pottsville in Idaho verschwinden plötzlich immer mehr Menschen ganz spurlos. Schon nach kurzer Zeit steht es fest, dass die in der nähe liegende Deponie für radioaktive Abfälle eine Kreatur hervor gebracht hat, die für die ganzen Umstände verantwortlich ist. Der Sheriff von Pottsville, der auf den Namen Mort hört, macht sich zusammen mit Jones (gespielt von Martin Landau), einem Spezialisten für Atomenergie, auf um der Kreatur das Handwerk zu legen. So viel zur Story.
Ich bin ganz ohne grosse Erwartungen an den Film gegangen und wurde weder großartig enttäuscht noch vom Hocker gerissen. Der Film bedient sich an so ziemlich allen gängigen Klischees aus dem Genre und klaut ganz dreist bei seinen großen Vorbildern. Das Wesen in "The Being" erinnert am stärksten an die Kreatur aus "Kosmokiller", der im gleichen Jahr entstand, man könnte fast meinen die FX-Teams der beiden Filme hätten zusammengearbeitet. Aber ganz besonders diente "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" von Ridley Scott als Ideenlieferant für "The Being": Die Nahaufnahmen des Monsters, in denen es gerne die Zähne fletscht und dabei Unmengen Schleim sabbert wirken fast 1:1 kopiert. Was jetzt nicht unbedingt als negativ zu werten ist, denn was in "Alien" einfach nur ekelig, gruselig und horrortechnisch als perfekt anzusehen ist, kann selbst bei einem Plagiat immer noch überzeugen oder zumindest für Unterhaltung sorgen, was "The Being" auch ohne Frage tut, denn hier vergeht nie viel Zeit bevor wieder etwas passiert, während in zig anderen Filmchen erstmal Zeit durch endlose Dialoge geschunden wird, setzt "The Being" auf Handlung. Das was den Film trotz allem noch nicht zu einem einigermaßen guten Alienplagiat macht ist die miese Kameraführung in Verbindung mit dem noch viel grottenschlechteren Schnitt. Oft werden die Szenen so abrupt abgebrochen, dass erst entweder gar keine Atmosphäre aufkommt oder im unpassendsten Moment, in dem es gerade anfing spannend zu werden, ein Szenenwechsel stattfindet. Die Kamera ist oft einfach viel zu verwackelt, hier hätten einfache Kamerafahrten wirklich mehr Stimmung in das Ganze einbringen können. Auch der Soundtrack wird leider viel zu selten angewandt, was auch sehr schade ist. Ich muss ich zugeben, dass trotz der recht stümperhaften Machart des Filmes, ich mich bisweilen schon etwas gegruselt und dreimal richtig erschreckt habe.
Wie man allerdings Martin Landau für den Film gewinnen konnte, bleibt mir ein einziges Rätsel! Der Herr dürfte jedem ein Begriff sein, der die Science-Fiction Serie “Mondbasis Alpha 1“ kennt. Zudem hatte er in dem 3 Jahre zuvor entstandenen (und viel besserem) Alienhorrorfilm „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“ in einer guten Nebenrolle geglänzt. Ich hätte nie gedacht, dass er in einer, ja man kann sagen C-klassigen, Produktion mitgespielt hat. Aber es ist super, dass er mit von der Partie ist. Er verkörpert den
Wissenschaftler Jones einfach großartig, was auch nicht anders von ihm zu
erwarten war.
Die Goreeffekte können sich zwar sehen lassen, sie sind aber leider viel zu rar gesät: ein Kopf wird am Anfang abgerissen, später wird einem Typen von hinten die Brust durchstoßen, dass sein Herz heraus geschoben wird und gegen Ende hin sieht man noch ein paar blutige abgerissene Gliedmaßen... das war es dann auch schon. Hätte für meine Verhältnis noch etwas mehr sein dürfen, aber was soll`s?
"The Being" ist alles andere als eine Alienkopie, die in der Versenkung verstauben sollte, andererseits aber auch keine Perle des Genres, eben halt „nur“ etwas besser als der Durchschnitt. Na ja, im Gegensatz zu heutigen B-oder C-Alien-/Monsterfilmen immer noch eine Granate.
Fazit: Kann man sich anschauen wenn man in dem Bereich schon so ziemlich alles gesehen hat. Keine große Bereicherung aber auch keine große
Zeitverschwendung. Alleine wegen dem super schleimigen Monster lohnt es sich schon, mal einen Blick zu riskieren!
7/10 Pkt.