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Jackie Kongs Regiedebüt "The Being" ist ein altmodischer Monsterfilm, der durchaus seine Momente hat und gleichzeitig die beste Arbeit des unbekannten Regisseurs. Durch den Funsplatter "Blood Diner" machte er auf sich aufmerksam, zum Teil auch durch die Zensurgeschichte und die Pleite des Videolabels Vestron. Für Kong war nach vier Spielfilmen Schluss, das Drehbuch zu "The Being" schrieb Kong selbst, mit Martin Landau (Alien Shock, Zwei Stunden vor Mitternacht) und José Ferrer (Der Liquidator, Angst) sind sogar zwei bekannte Mimen an Bord.

Was geht in der Kleinstadt Pottsville vor sich ? Täglich verschwinden mehrere Menschen, Detective Mortimer Lutz (Bill Osco) ist überfragt. Doch eines Abends wird er selbst von einer schleimigen Kreatur angegriffen und kann nur mit größter Not entkommen. Mortimer ist sich sicher, dass das neuartige Depot für radioaktiven Müll etwas damit zu tun hat. Bürgermeister Gordon Lane (José Ferrer) will derweil nichts von einem Monster wissen, denn in der Stadt stehen wichtige Festivitäten an. Derweil beginnt auch Garson Jones (Martin Landau) an der Sicherheit seines Depots zu zweifeln. Zusammen mit Mortimer will er das Monster zur Strecke bringen.

Wie oft musste radioaktive Strahlung schon in Horrorfilmen als Erklärung herhalten ? Auf jeden Fall kommt man mit dem Zählen nicht mehr hinterher. Und es handelt sich bei "The Being" um keinen Ausserirdischen, sondern um einen Mensch der mutiert ist. Wie das passierte bleibt der Vorstellungskraft des Zuschauers überlassen. Kong liefert lieber keine Erklärung als sich mit irgendwelchem wissenschaftlichen Gequatsche lächerlich zu machen. Das Monster hält uns Kong sehr lange vor, man sieht immer nur seine Krallen, mit denen es seine Opfer verstümmelt. Der Großteil der Morde geschieht allerdings im Off. Das Opfer wird aus dem Bild gezogen, man hört bestialische Schreie, eher selten darf man der Bestie bei der Arbeit zusehen. So darf mal ein Kopf in Nahaufnahme abgerissen werden, jede Menge Blut umhersudeln und die übelst zugerichteten Leichen bekommt man auch zu sehen. Alles handwerklich gut gemacht, leider bekommt man das Monster selbst nie ganz zu sehen. Es gibt immer nur kurze Close Ups, aber das Vieh sieht wahrlich grässlich aus, wenn auch nicht unbedingt furchteinflößend. Auch vergeudet Kong nicht viel Zeit mit einer überlangen Einleitung. Das Monster ist von Anfang an präsent und darf in diesem recht kurzen Film einen hohen Bodycount anrichten.

Aber zwischendurch hat "The Being" immer wieder kleine Spannungslöcher und die Beziehung zwischen Mortimer und Kellnerin Laurie (Marianne Gordon) interessiert nicht die Bohne. Zudem bleiben alle Charaktere oberflächlich und das typische Klischee, dass der Bürgermeister alle Warnungen in den Wind schlägt, wird auch brav abgearbeitet. Zwischendurch darf immer mal wieder das Monster zuschlagen, doch trotz vieler Toter geht man in Pottsville noch seinen üblichen Tätigkeiten nach, was ziemlich unglaubwürdig wirkt. Mortimer und Depotbesitzer Garson wollen das Biest schließlich zusammen jagen und das Finale in der Lagerhalle ist Kong wirklich gelungen. Hier treten Mortimer und Garson im Alleingang gegen die Mutation an, welche sich schon einige Tunnel unter der Stadt gebuddelt hat. Hier ist "The Being" zum ersten Mal richtig gruselig, zuvor mangelte es immer an einer brauchbaren Vorbereitung der Morde. Leider ist auch Bill Osco alias Rexx Coltrane (Cop Killers, Nachtakademie) ein Störfaktor, denn sein Schauspiel ist dermaßen lahm und den Detective nimmt man ihm nur schwer ab. Martin Landau und José Ferrer rufen eine solide Leistung ab.

Leider selten gruseliges Monsterkino mit ordentlichen Effekten, der Gorefan kommt teilweise auch auf seine Kosten. Immerhin recht zackig erzählt, aber Kongs Inszenierung fehlt der letzte Schliff, nur das Finale trumpft richtig auf.

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