Review

Aufrichtig reflektierende Nostalgiker wissen, dass in den Achtzigern nicht alles super war, auch wenn Tommi "Alf" Piper den Reigen als Radiosprecher eröffnet. Denn Schleimmonster haben wir in "The Blob" weitaus effektiver gesehen, während der Held in der Top Ten der totalen Trantüten sicher etabliert sein dürfte.

Pottsville ist eine Kleinstadt in Idaho, welche für ihre reichhaltige Kartoffelernte bekannt ist. Als eines Tages immer mehr Mitbürger verschwinden, kommen Sheriff Lutz (Rexx Coltrane) und Professor Jones (Martin Landau) einem Umweltskandal auf die Spur...

Ergo attackiert wild gewordener Atommüll eine US-Kleinstadt in Form von grünem Schleim und Latextentakeln in allen Größen, während zwei Idioten aufzuklären versuchen, was der Zuschauer bereits nach zehn Minuten kapiert hat.
Innovativ wirkt das Vehikel seit den späten Fünfzigern nicht mehr, doch immerhin gibt es ein wenig Augenzwinkern und kleinere Auflockerungen, etwa als einem Kleinkind beim Eiersammeln an Ostern stets die Eier vor der Nase weggeschnappt werden oder Martin Landau Wasser aus dem örtlichen Bach vor laufender Kamera trinkt, da selbst seine Armbanduhr radioaktiver sei.

Ansonsten ist viel Hohlraum dabei, da die Chose phasenweise wie eine Barackenversammlung wirkt, in der eine einzige Szene mit entblößter Oberweite auch nichts mehr kaschieren kann. Und ausgerechnet jener Rexx Coltrane, der im Abspann plötzlich unter Johnny Commander formiert, ist in Wirklichkeit William Osco, der wiederum in den Siebzigern einen der ersten Hardcore-Filme produzierte, im vorliegenden Werk jedoch wie auf Beruhigungspillen agiert und entsprechend null Sympathien einheimst. Landau und José Ferrer performen natürlich deutlich besser, doch aufwerten können sie das unpointierte Treiben nur ansatzweise.

Mal werden Teens im Autokino geholt, dann erwischt es einen Deputy, dazwischen wird eine als Hexe verschriene Frau geärgert, ein Love Interest muss ebenfalls beschützt werden und am Ende geht es in einer verlassenen Lagerhalle um die Wurst und um den Zweikampf mit dem Mutanten, der als Zyklop mit Alienkopf dargestellt wird und dabei nicht so schlecht wegkommt wie die billig aussehenden Tentakeln zuvor.

Dazwischen verschafft die Egosicht des Ungetüms ein wenig Abwechslung, der Score wird zum Ende hin auch besser, nur ein Mitfiebern will sich so rein gar nicht einstellen, denn dafür ist die Aufmachung zu ranzig, die Figuren sind zu einfältig und die wenigen Splattereffekte in Form von Enthauptung und abgetrennten Arm zu sekundär ausgefallen.
Eine Handvoll Wetter-Kapriolen lassen zwar am Rande ein wenig Atmosphäre aufkommen, doch diese fallen zur Halbzeit bereits komplett weg.

Autorin und Regisseurin Jackie Kong (zu jener Zeit wiederum die Partnerin von Osco) konnte hiermit keinen Meilenstein etablieren, da alles ein wenig käsig ausfällt und selbst der latent blöd lächelnde Deputy einen weitaus besseren Helden als ihr damaliger Bettgeselle abgegeben hätte. Hölzern inszeniert und nur selten mit halbwegs ansprechenden Momenten ausgestattet, bietet der Streifen selbst eingefleischten Monsterfilmfreunden nur wenig Anreiz zur Sichtung.
4 von 10

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