ACHTUNG! SPOILER!
„Thro' cells of madness, Haunts of horror and fear...“ Tennyson
(„Durch das Gefängnis des Wahnsinns jagen Horror und Angst“)
Die Vorgeschichte der Handlung ereignet sich in „Portland, Oregon, 1955“. Hier muss ein kleiner Junge mit ansehen, wie sein Vater seine Mutter und deren Liebhaber erschießt und sich anschließend selbst richtet. Dieses Kindheitstrauma bringt das Kind in diverse Heime und später in die „geschlossene Anstalt.“ Dann springt die Handlung 27 Jahre weiter nach „Stanford Bay, 1982“.
„Ein geistesgestörter Patient flieht aus einer geschlossenen Anstalt. Das einzige was er mitnimmt ist eine alte Holzflöte.
Nicht weit entfernt hat die Studention Marion (Donna Wilkes) Alpträume. In einem sieht sie, wie ein Mann kaltblütig jemanden ermordet. Sie hört, wie er ein Lied auf seiner Flöte spielt.
Eine Nachmittags im Park sieht Marion den Mörder (Frankie Avalon). Auch er sieht sie, aber sie kann entkommen. Der Mörder weiß, daß Marion ihn wiedererkennen würde, findet heraus wo sie lebt und geht nachts zu ihrem Haus um sie zu ermorden. Er tötet ihren Vater, sie jedoch kann erneut entkommen. Eine heiße Verfolgungsjagd beginnt...“ (Covertext GMP- VHS)
Wer hätte das gedacht!? Der ehemalige Teenager-Schwarm Frankie Avalon (s.u.) als irrer Killer in einem low budget „Halloween“ rip off. BLOOD SONG ist alles in allem ein stereotyper Slasher-Film ohne besondere Überraschungen. Die vorhersehbare Handlung, die sich freizügig vor allem bei John Carpenter's „Halloween“ bedient, ist handwerklich solide und routiniert in Szene gesetzt. Die, abgesehen von Frankie Avalon und Richard Jaeckel, weitgehend wenig namhaften aber TV-Erprobten Darsteller geben ihr Bestes, aber dennoch entwickelt der Film nur phasenweise etwas Spannung. Besonders der auf fast 20 Minuten gestreckte Showdown in einem Sägewerk ist eher ein Anti-Climax. Aber auch bei der Logik und der Motivation der Figuren hapert es an allen Ecken und Enden. Da können dann auch ein kurz aufblitzender blanker Busen und die eher harmlosen Splatter-Effekte kein Interesse mehr wecken. Schließlich ist das, für einen Horrorfilm aus dieser Zeit fast schon obligatorische, negative Twist-Ending dem Werk ebenfalls eher abträglich, zumal es wirklich ziemlich sinnfrei ausgefallen ist. Die schwache deutsche Synchronisation macht auch keine rechte Freude und so bleibt am Ende der 86:15 Minuten ein wenig überzeugender Horrorfilm, der eigentlich nur Slasher-Komplettisten empfohlen werden kann.
FRANKIE AVALON wurde am 18.09.1939 in Philadelphia als Francis Thomas Avallone geboren. Schon in den frühen 50er Jahren trat er, Trompete spielend, als „Wunderkind“ in diversen Variete-Shows im Fernsehen auf. Als Teenager bekam er einen Schallplattenvertrag bei„Chancellor Records“. In den späten 50er, frühen 60er Jahren hatte er diverse Hits mit Schmuse-Schlagern, die er auch im TV zum Besten gab. 1960 gab er seinen Einstand als Darsteller in einem Hollywood-Film (The Alamo). Es folgten weitere Rollen und Mitte der 60er Jahre drehte er diverse, absolut harmlose und brave „Beach-Party-Filme“, häufig zusammen mit Annette Funicello als Partnerin. Diverse Gastrollen in TV Serien absolvierte er ebenfalls regelmäßig. Da sein schauspielerisches Talent allerdings bestenfalls als bescheiden anzusehen ist, blieben schon bald weitere Angebote aus. In seiner Filmographie finden sich u.a. Streifen wie „Voyage to the Bottom of the Sea“ (1961), „Panic in the Year Zero“ (1962), „Dr. Goldfoot and the Bikini Machine“ (1965), „The Million Eyes of Sumuru“ (1967) und „Das Haus der 1000 Freuden“ (1969).
Aus der Werbung:
Der Kinoschock aus Amerika! (VHS)