Eine Texteinblendung zu Beginn informiert den Zuschauer darüber, dass es sich bei "Slaughterhouse of the Rising Sun" um einen lange Zeit verschollen geglaubten Film von 1972 handelt, der insbesondere dadurch zu einiger Berühmtheit kam, weil Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Vin Crease während der Dreharbeiten den Verstand verloren und seinen Produzenten im Anschluss mit dem Auto überfahren haben soll. Das Werk selbst handelt von der Porno-Darstellerin Jennifer, die gerade erst aus psychiatrischer Behandlung entlassen wurde, in der sie sich befand, weil sie ihren Co-Star auf dem Set ihres letzten Films übel malträtiert hatte. Auf dem Weg zu ihren Eltern gerät sie während des Road-Trips nun an ein paar zwielichtige Hippies, die von dem freakigen Damon Grey - gespielt von eben jenem Vin Crease - angeführt werden. Die Bande entpuppt sich dann auch nach kurzer Zeit als marodierender Clan von irren Massen-Mördern. Schließlich landet man in dem titelgebenden Haus, in dem offensichtlich ein paar Geister ihr Unwesen treiben. Klar, dass da nicht jeder wieder lebend raus kommen wird... Die gesamte Hintergrund-Geschichte ist natürlich nur werbemäßig aufgebauschtes Gimmick-Gewäsch, denn in Wahrheit handelt es sich hier um eine Produktion von 2005, die sich jedwede Mühe gibt, in das damals gerade aktuelle 70er-Jahre-Revival (welches ja mit der Tarantino/Rodriguez-Hommage "Grindhouse" kurz darauf seinen Mainstream-Höhepunkt gefeiert hat) hineinzupassen. Mehr als es zum eigentlichen Filmerlebnis beitragen würde, entlarvt dieses Metaebenen-Vexierspiel letztendlich allerdings nur die Geschäftstüchtigkeit der Macher von "Slaughterhouse of the Rising Sun", der sich damit nicht ungeschickt zwischen solche Alles-was-man-hier-sieht-ist-wahr!-Streifen wie "Blair Witch Project" und "Nackt und zerfleischt" sowie dem bewusst mit den verschiedenen Realitäts-Ebenen spielenden kanadischen Slasherfilm "Curtains - Wahn ohne Ende", dessen Regisseur sich ja in den Credits auch schon unter dem Namen einer der auftretenden fiktiven Figuren hat listen lassen, positioniert. Hier hat man die Sache allerdings noch ein gutes Stück weiter getrieben und sogar versucht, die gefakten Making-Ofs im Extra-Bereich der DVD als authentisch herüberkommen zu lassen. Fakt ist jedenfalls, dass man sich wesentlich mehr Mühe gegeben hat, den Look und das Feeling der entsprechenden Dekade auch tatsächlich zu treffen, als es bei Ti Wests durch und durch missglückten "The Roost - Angriff der Fledermäuse" um den Dreh rum der Fall gewesen ist, der sich ja ebenfalls absichtlich auf vermeintlich alt getrimmt hatte. Bei "Slaughterhouse of the Rising Sun" stimmen jedenfalls solche Details wie Klamotten und Frisuren sowie die Verwendung solcher markanten filmischen Gestaltungs-Mittel wie holprige Handkamera-Aufnahmen und psychedelischen Farbspielereien. Wenn das Bild dann insgesamt nicht immer noch eine Spur zu scharf und klar wäre und damit auf die Verwendung moderner Technik schließen lassen würde (einige digitale Post-Production-Effekte fallen da zudem unschön auf), könnte man den Schwindel auch beinahe glauben. Inhaltlich orientiert man sich hingegen nur allzu passend an solchen Klassikern wie "Ketten-Sägen-Massaker" und "Last House on the Left" und hechelt mit schöner Regelmäßigkeit die entsprechenden Szenen-Set-Ups durch, welche - insbesondere bei der Anhalter-Episode! - ein deutliches Déjà-vu-Gefühl hervorrufen sollen... und das auch gebacken kriegen! Auf eine nachvollziehbare innere Logik wird bei der Vielzahl von offensichtlich zu huldigenden Vorbildern hingegen keinerlei Rücksicht genommen und nach einem etwas langatmig empfundenen Beginn geht es in den letzten zwanzig Minuten dann auch horrormäßig gut zur Sache, denn da purzeln die Leichen endlich wie zu alten Fulci-Zeiten. Wirklich sinnvoll erscheint einem die Angelegenheit aber auch da natürlich nicht und eventuell könnte man sich im Nachhinein doch auch glatt die Frage stellen, ob die Macher bei ihrem überlangen Witz (und um einen solchen handelt es sich hier zweifellos!) nicht doch vielleicht ein wenig übers Ziel hinausgeschossen sein könnten. Was das Heraufbeschwören einer längst vergangenen filmischen Dekade anbelangt, halte ich den vorliegenden Streifen aufgrund budgetbedingter Verhältnismäßigkeit allerdings für wesentlich gelungener als beispielsweise Rob Zombies überhyptes Old-School-Horrorfilmchen-Doppel "Haus der 1000 Leichen" und "TDR -The Devil's Rejects" und erfreulicherweise hat das Ganze trotz zwiespältiger Cover-Gestaltung auch nichts mit einem Torture-Porn-Machwerk wie "Hostel" am Hut. Nur wirklich befriedigend ist "Slaughterhouse of the Rising Sun" (der Titel als Anlehnung an den bekannten Song wird dann letztendlich auch nur durch die Cover-Version, die über den Abspann dudelt, gerechtfertigt, das eigentliche Haus ist kein Schlachthof!), deshalb noch lange nicht, allenfalls solide. Ein paar Irritationen am Rande der Handlung, die ganz verstörend rüberkommen, versöhnen einen aber letztendlich doch irgendwie mit diesem etwas zwiespältigen Streifen, den man im Nachgang aber tatsächlich als ein wenig besser und sympathischer im Gedächtnis behält, als man es während des Ansehens empfunden hat. Fazit: Eine nette Hommage und damit eher was für geübte Fans alter 70s-Schinken.
7/10