Das weibliche Baseball Team "Babe & the Ballgirls" reist samt Manager (der gleichzeitig Babe´s Vater ist) in ihrem Bus durch die USA und tritt dort gegen verschiedene Kleinstadtteams im Wettstreit an. Nachdem die Frauen das Team einer Kleinstadt in den Bergen besiegt haben, eskaliert die Situation. Beim Versuch eine der Frauen zu vergewaltigen wird der Sohn des örtlichen "Alphamännchens" Midnight getötet und eine mörderische Hatz auf die Frauen beginnt ...
Vergewaltigung, Hinterwäldler, Jagd durch die Wälder. An was denke ich da? Richtig! An „Beim Sterben ist jeder der Erste„ und „Die letzten Amerikaner„. Nimmt man noch ein wenig von „Die Warriors„ hinzu (weil eine Gruppe von einer Gruppe verfolgt wird) und lässt das alles in den sonnigen Bergen der Rocky Mountains spielen, garniert mit einer Portion „Hetzjagd im Sumpf„ , hat man ungefähr „Blood Games„ vor sich.
Was folgt ist eine Jagd durch „Hillbilly County„. Erst im Bus, verfolgt von den Männern in ihren Pick-up Trucks, dann zu Fuß durch das bergige und bewaldete Gelände.
Doch was sich vielleicht erst einmal negativ angehört hat, ist an sich ganz unterhaltsam. Ich persönlich mag diese Hinterwäldler Atmosphäre gerne und es ist auch immer was los im Film - große Hänger gibt es nicht.
Denn die Frauen schlagen auch durchaus zurück. Da wird schon einmal eine Falle mit einer badenden Schönheit gestellt (um zu glauben , dass sich eine verfolgte Frau mal eben nackt auf einem Felsen räkelt , muss man allerdings schon recht dämlich sein ) , eine weitere Vergewaltigung verhindert und man versucht keine Frau zurückzulassen . Insofern fand ich das Handeln der Ballgirls schlüssiger als in den meisten Slashern .
Und auch sonst fand ich den Film nicht so plump wie teils Filme der gleichen Kategorie . Selbst der Grund für die ganze Hetzjagd ist jetzt nicht "einfach nur" die Vergewaltigung (was natürlich schon schlimm genug wäre) , sondern ich hatte das Gefühl , dass man versuchte die Situation ein wenig langsamer eskalieren zu lassen . So beginnen die Animositäten damit , dass Midnight es offenbar für ehrenrührig hält von Frauen im Wettstreit geschlagen zu werden , steigert sich durch einen Spanner in der Frauendusche , dass Midnight seine Wettschulden nicht ganz bezahlen will und Babe´s Vater sich den Rest der Spielschulden gewaltsam von Midnight holt - die Vergewaltigung und der Tod von Midnights Sohn ist dann "nur" das , was das Fass zum Überlaufen bringt .
Eigentlich hätte "Blood Games" das Zeug zu mehr gehabt , hätte man nicht vergessen den Frauen mehr Charakter zu geben . Die Frauen sind natürlich die sympathische Gruppe , haben aber leider noch weniger Charakter als die sie verfolgenden Hinterwäldler erhalten . Bei denen gibt es wenigstens ein paar Personen , die man voneinander unterscheiden kann (der Oberböse Midnight, der beste Freund von dessen getöteten Sohn und der Alkoholiker mit Baseball Kappe) , was man von den Ballgirls leider kaum behaupten kann . Außer Babe , die verständlicherweise um ihren Vater trauert , sind mir dort kaum Unterschiede aufgefallen . Hätte man sich dort mehr Mühe gegeben oder hätte profiliertere Schauspielerinnen casten können , es hätte ein kleiner Klassiker daraus entstehen können . Schon die recht flachen Figuren verhindern dann nämlich leider dass eine besondere Spannung aufkommt .
Fühlt man sich nämlich nicht mit den Figuren verbunden , so fiebert man natürlich auch nicht so sehr mit ihnen mit .
Allerdings hätte sich wohl kaum eine Charakterdarstellerin für den Film finden lassen , denn "Blood Games" bietet - wie man bei dem Thema kaum anders erwarten kann - eine Menge nackter Haut (ob beim Duschen in der Kabine oder eben bei oben beschriebener Falle) und wenn man mal z.B. einen Hügel empor klettert , wird die Kamera verdächtig oft in Hüfthöhe der Figuren gehalten .
Zum Finale geht es dann in eine Ansammlung von Hütten , die angenehm an das stillgelegte "Camp Crystal Lake" bei Tag erinnert . Was die manchmal angekreidete Vorhersehbarkeit des Endes betrifft , so kann ich diesen Vorwurf nicht wirklich nachvollziehen . (ACHTUNG SPOILER !!!) Natürlich siegen die Frauen und die Verfolger werden bestraft . In welchem Nicht-Horrorfilm wäre das schon anders ? Und da sogar eine handvoll von ihnen überleben , kann man doch unmöglich sagen wer - was auch leider damit zu tun hat , dass sie dafür (wie schon oben beschrieben) einfach zu wenig Persönlichkeit besitzen um sie groß von einander unterscheiden zu können ( SPOILER ENDE !!!).
Fazit : Hat man mal wieder Lust auf einen der Klassiker "Beim Sterben ist jeder der Erste" , "Die letzten Amerikaner" oder "Die Warriors" , aber diese schon zu oft gesehen , kann man zur Abwechslung mal diesen ausprobieren . Man sollte aber AUF KEINEN FALL ein ähnliches Kaliber wie bei den genannten Filmen erwarten , dann kann man durchaus ganz gut erhalten werden . Hätte man sich nur mehr Mühe mit den Frauenfiguren gegeben ...