Review

Ein sympathischer, aber belangloser Grusler, der da aus Kanada auf unsere Bildschirme geschneit kommt. Einzuordnen in die Low-Budget-Kategorie muß man dem "Club" das Kompliment machen, aus seinen bescheidenen Möglichkeiten das Beste zu machen, ohne in permanentes Gemetzel verfallen zu müssen.

Geld war sicher knapp bei dieser Produktion, doch Set Designer, FX-Crew und Regie geben hier ihr Bestes, um durch eine altertümliche Location, den Einsatz von farbigem Licht, günstigen Kameratricks, ein paar unheimliche Toneffekte und sparsame Effekte die Schwächen des Drehbuchs auszugleichen.

Das läßt den Zuschauer nämlich erst mal im Unklaren, worauf hier hinaus gewollt wird.
Das ist auch besser so, denn im Grunde zitiert "The Club" nur sattsam bekannte Vorbilder wie die mysteriöse Falle, die Teenager-Gruppe, das zu lösende Geheimnis. Um nicht zu schnell zu durchschaubar zu werden, wird das Ganze durch ein paar mysteriöse Einstellungen gestreckt. So haben alle armen Teenager erst mal eine unheimliche Vision, die allesamt gut inszeniert sind, obwohl sie wenig bringen.
Außerdem gibt's ein paar zeitverzerrende Bilder, die den Zuschauer auch erst mal verwirren sollen. Ansonsten garniert Regisseur-Novize Spencer seinen Film mit netten Zitaten aus Filmen wie "The Haunting" (Toneffekte, Nahaufnahmen von Statuen, ein, zwei Morphingeffekte) und "Tanz der Teufel" (die rasenden Kamerafahrten durchs Haus)

Etwas Nachvollziehbarkeit entwickelt der Film dann leider erst (und nur) durch die Anwesenheit des mysteriösen John, der sich erst in Andeutungen ergeht und später die Wahrheit Stück für Stück preisgibt. Leider kommt dagegen keiner der übrigen Spieler an, die letzten Endes nur mit Herumrennen beschäftigt sind.

Das ist dann auch eine der Hauptschwächen des Ganzen, daß es sowohl den Protagonisten als auch den Zuschauern erklärt werden muß. Dramaturgisch entsteht also eine beinahe pausenlose Rennerei, ergänzt mit F/X und einigen kleinen Kämpfen. Deswegen auch die o.a. Aufpeppungen, die bisweilen funktionieren, bisweilen nerven (z.B. die blaue Ausleuchtung der dunklen Ecken).
Auch der Schnitt ist leider manchmal wenig ergiebig und so gestaltet sich das Geschehen sehr holprig und mit nicht wenigen Wiederholungen.

Da das wohl offensichtlich wahr, kippt der Film nach der Hälfte etwas und schwenkt stattdessen auf bissigen Humor um, wenn John (im übertragenen Sinne) die Hosen runterläßt. Ab dort wird jede Handlung durch seine permanente Anwesenheit kommentiert, was den Ausgleich zu einem schier endlosen Showdown bietet, der sein Pulver schon verschossen hat.

Ein Effektspektakel darf hier nicht erwartet werden, dennoch sind einige Dämonen- und Monstermasken schön eklig gemacht, ohne jetzt ins allzu blutige Detail zu gehen. Der Film verteilt seine Masken und Effekte übrigens schön nach Notwendigkeit und häuft nicht alles ans Ende, integriert so seine F/X und macht sie nicht vordergründig zur Hauptsache.

Interessant das Ende, daß uns erst ein Happy End vorspiegelt, dann doch aus den bisherigen Geschehnissen die unausweichlichen Folgen vollzieht, um dann den ganzen Spaß von vorn beginnen zu lassen. Das kann man sich gefallen lassen, allerdings ist der "Ich muß noch meine Handtasche holen."-Gag zu sehr ausgelatscht, den hätte man sich sparen können.

"The Club" ist nichts für einen gorigen Abend, aber ein netter Horror für zwischendurch und somit auch ein Filmchen, daß man in trauter Zweisamkeit genießen kann, oder daß der Partner gleich aus dem Zimmer flüchtet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. (5/10)

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