Review

Ein Superverbrecher aus Shanghai schleust sich selbst mit einem Flüchtlingsboot (wie auch sonst...ist ja eine überaus respektable und eines Syndikats- und Triadenchefs absolut würdige Überführung aus dem Osten Asiens in den Westen Amerikas...) in die USA ein, wird aber dort von der gänzlich neu gegründeten "Offensiv"-Abteilung des FBI und einer ebenfalls mit auf dem Boot eingereisten chinesischen Militärpolizistin in Schach gehalten...

Klingt doof? Ist es auch. Und zwar gänzlich.
Das es sich hier um den "Piloten" zu einer noch folgenden Serie handelt, bekommt man schneller heraus, als einem lieb sein kann.
Schon die Einleitungs-"Äkschn"-Sequenz macht mehr als deutlich, was man zu erwarten hat. Während sich die angesprochene Actionszenen-Unterhaltung (wenn man denn von solch einer sprechen kann/darf??) darauf beschränkt, bei lautstarker Hard Rock- und Heavy Metal-Musik so cool wie möglich rüberzukommen (etwas, dass herausragend daneben geht - und dass ist noch diplomatisch ausgedrückt...), wobei dieses reichlich blutleer, dafür aber auch entsprechend unspektakulär von statten geht, so geht der Rest des "Filmchens" in absurden Belanglosigkeiten über, dass es einem schon nahezu die Tränen in die Augen treibt, wenn man bedenkt, dass John Woo und Terence Chang hier co-produziert haben...

Das geht bereits bei den Actionsequenzen los.
So überaus langweilig, eintönig und belanglos habe ich selten in letzter Zeit die Darstellung solcher bewundern dürfen - ob nun in einer Serie, in einem Pilotfilm, oder sonst wo. Dass es auf jeden Fall besser geht, zeigen z.B. Produktionen wie "Fastlane".
Die schon angesprochene musikalische Untermalung dabei ist ebenfalls der absolute Hohn. Die für diese Zwecke genutzte Hard Rock- oder Heavy Metal-Mucke ist so fehl am Platze bei einer derart lauen und komplett langweiligen Produktion, wie Blut und Gekröse plus elendiges Geschreie in der "Sendung mit der Maus".

Die Dialoge sind hin und wieder bissig und nicht uninteressant, meistenteils jedoch wissen sie ganz und gar nicht zu überzeugen und driften oft genug auch ins absolut Lachhafte ab.
Beispiel gefällig? In Ordnung:
Nachdem ziemlich zu Beginn des Film ein Bad Guy in einen Stapel Kisten und Kartons gekickt und er - via Handfeuerwaffenschuss auf die Entriegelung einer Ladeklappe über ihm - mit einer Riesenportion Zitronenfrüchte "eingedeckt" wurde, meint einer der beiden dazugekommenen Hauptprotagonisten nur absolut obercool, geistig genial und schlagfertig einwandfrei: "Fruchtig!!".
Mmmmmmkaaayyyyy......

Den Ablauf der Geschehnisse mag man gar nicht anfangen zu reviewen: Da liefern sich ein FBI-Agent und eine chinesische Militärpolizistin auf einem Flüchtlingsboot erst einmal einen "spektakulären" Fight, ohne sich gegenseitig zu erkennen zu geben, während der Oberverbrecher den Partner der Chinesin freilig erschießen und dann auch noch ungescholten entkommen darf (iss' doch logisch, oder??).
Dieser ist natürlich der gefährlichste Triadenboss Shanghais (was auch sonst??)..., was die chinesische Militärpolizistin selbstverständlich nicht davon abhält, in dessen "Wohn-Palast" einzumarschieren - dieses alleine in diesem Pilotfilm gleich ZWEIMAL, wobei sie jedes Mal sämtliche Bewacher und Leibwächter mit ein paar lässigen Schlägen und Tritten ausschaltet, bevor sie den "Chef" noch immer "an den Eiern packt" und voll in der Hand hat - Blödsinn hoch drei.

Ebenfalls überaus nervig: Jeder der Hauptprotagonisten ist an sich natürlich ein absoluter Superheld. Bei dem Versuch, sich gegenseitig an geistiger, körperlicher und was weiß ich nicht noch für eine Stärke zu überbieten, schafft es natürlich jeder, jeden anderen immer wieder aufs Neue ganz dolle zu beeindrucken (mit hübschen "chinesischen" Tanzeinlagen, photographischem Gedächtnis oder superben Überredungs- und Manipulationskünsten etwa...).
Das alles ringt dem Zuschauer indes höchstens hin und wieder ein müdes Gähnen ab, mehr nicht.
Einzig allein die fiesen Piercen-Sisters (welche so ziemlich am Ende des "Piloten" so ziemlich tot sind...) und der gewohnt routinierte, allmächtig-augenzwinkernd spielende Clancy Brown wissen überhaupt zu überzeugen.
Diese haben in diesem "Filmchen" allerdings viel zu kurze Auftritte und können dementsprechend auch nicht mehr viel retten...

Am Ende wird natürlich (zunächst mal) alles gut; ein Teilerfolg wird errungen, die chinesische Militärpolizistin darf (soll? muss??) im Amiland bleiben, um die ganz dolle "Offensiv"-Abteilung des FBI zur Bekämpfung des "modernen Terrorismus" international zu verstärken...schönschön...

Alles in allem kann man von diesem Mach(t)werk nur abraten.
Die üblichen "Matrix-Spielereien", ohne die heutzutage kaum eine halbwegs ernstzunehmende (??) Produktion auszukommen scheint (natürlich können alle, die es gerade benötigen, vorzeigbares [TV-] Hochglanz-Kung-Fu; 10 m-Sprünge in die Tiefe sind bei federweichen Landungen mit noch integriertem Rittberger rein gar kein Problem usw....), sind selbstverständlich auch noch spärlich in den Streifen hinein gesät worden (man will doch schließlich seine Zielgruppe erreichen, oder...?).

Nönöööö, zusammengefasst ergeben sich zu viele Ungereimtheiten bei zu vielen inszenierungstechnischen Schwächen.
Über Kürzungen in der von mir gesehenen Premiere-Ausstrahlung weiß ich nichts zu sagen, aber wenn nicht gerade eine halbe Stunde an spannungsreicher Action, genialen Effekten und nervenzerfetzender Story herausgeschnitten worden sind, würden sie den "Film" auch nicht besser machen.
Schade!

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