Review

Machen wir es kurz, denn Zeit verschwenden sollte keiner mit dieser miesen RTL2 Co-Produktion - also flink die Story: In ferner Zukunft hat ein heimtückischer Virus die Erde heimgesucht und alle Menschen infiziert und getötet. Nur zwei Vertreter der männlichen Gattung, der mopelige Adam und der gegelte Jake, haben überlebt und machen sich nun mit ihrem Shuttle auf zum Planeten Antares, eine menschliche Kolonie zu der der Kontakt schon vor etlichen Jahrhunderten abgebrochen ist. Die Bewohner von Antares sind die letzte Hoffnung auf den weiteren Bestand der menschlichen Rasse. Beim Landeanflug auf den Planeten läuft leider etwas sehr falsch und das Shuttle ist nach der etwas groben Landung komplett schrottreif. Nach einigen Erkundungstrips müssen Adam und Jake feststellen, dass der Planet von Amazonen bewohnt ist, deren Anführerin Sumuru (Alexandra Kamp) ist. Sämtliche Männer werden versklavt in Minen gehalten und nur als Ritualopfer und zur Fortpflanzung benötigt. Sumurus Rivalin ist die Schlangenpriesterin Taxan, deren Ziel es ist, der Herrscherin die Macht zu entreißen. Währenddessen suchen die zwei Erdlinge einen Weg, um die Königin von ihrem Vorhaben zu überzeugen und natürlich um den Wüstenplanet Antares wieder zu verlassen.
Die Pluspunkte dieser miesen und billigen C-Produktion auf TV-Niveau sind schnell aufgezählt: es gibt keine. Auf der anderen Seite kann sich der Sci-Fi Freund auf eine total haarsträubende, einfältige und lächerliche Story freuen, die vorne und hinten keinen Zusammenhalt aufweisen kann und vor Plotlöchern förmlich droht auseinander zufallen. Es verabschiedet sich schnell der gesunde Menschenverstand, jede Art von Logik, Kontinuität und Realismus. Was uns aufgetischt wird, ist ein gespenstisch übles Phantasiekonstrukt eines Star Trek Fans aus der Grundschule, der in seinen jungen Jahren bereits LSD-abhängig ist. Von Anfang bis Ende hat der Film nichts als undurchdachte Einzelszenen vorzuweisen, die als Gesamtwerk rein gar nicht zusammenpassen. Spannung oder Interesse für den Plot kommt bei Zuschauer überhaupt nicht auf, ganz im Gegenteil wundert man sich kopfschüttelnd, was dieses Kasperltheater in der südafrikanischen Wüste eigentlich soll. Man übertreibt nicht, wenn man behauptet, dass "Sumuru" unausgegorener ist, als alle 4 Episoden der Pyun-Reihe "Nemesis" zusammen. Das dümpelnd-dämliche RTL2 Machwerk läßt den Trash-Regisseur schon wie einen perfektionistischen Filmprofi der obersten Hollywoodklasse dastehen (und das mag was heißen). Allein das Ende von Sumuru kann etwas punkten, wenn man den Fehler macht und sich dem Geschehen etwas hingibt. Die Requisite rund um den Endkampf zwischen Hupfdole Kamp und ihrer Gegnerin ist zumindest halbwegs anständig gelungen - rettet dennoch nichts.
Die Special Effects sind aus dem Fisher Price Kleinkinderbaukasten, erinnert etwas an "Nemesis 4 meets japanische Godzilla-Produktion der 30er Jahre" und zwingt zu Lachanfällen. Die billigsten Rendersequenzen, die inzwischen jedes Low-Budget PC Spiel besser drauf hat, sind so unfreiwillig komisch und dilettantisch, dass man allein deshalb am liebsten der Crew um "Sumuru" die lebenslange rote Karte geben möchte. Wer sich bereits über Effekte à la Pyun köstlich amüsieren konnte, wird an "Sumuru" seine helle Freude haben, denn lächerlicher geht's nimmer! Die absolut amateurhaft designte Riesenschlange ist der krönende Gipfel der optischen Peinlichkeit (sieht man mal von den Darstellern ab). Neben Laserwaffenfights darf man auch übelst inszenierte One-on-One Kämpfe bestaunen. Die Bewegungen der unerfahrenen Akteure sind dabei mehr als albern und affig, die Kameraperspektiven lassen den Zuschauer sofort merken, dass jeder Schlag ins Leere geht, und der grottige Schnitt erschickt den letzten Funken gut gemeinter Hoffnung im Keim.
Ebenso wie bei anderen Low Budget Sci-Fi Trashfilmchen darf auch hier die gewisse Portion Sex nicht fehlen. Amazonenanführerin Alexandra Kamp muss die ganze Zeit über mit einem quasi nichtexistenten Metallkostüm rumrennen (hups, gleich fallen die Ballons raus!), später folgt eine von "Lexx" inspirierte Duschszene. Es lebe die Pubertät!
Es ist eigentlich unnötig zu erwähnen, dass sämtliche Charaktere hirn- und gesichtslos erscheinen, dass ihre Handlungen und Motive suspekt sind und dass sämtliche Darsteller grottigstes Amateurniveau aufweisen. Mich würde es nicht wundern, wenn außer SAT.1-Dauernudistin Alexandra Kamp keiner vom Cast jemals zuvor vor einer Kamera stand. Und nicht mal die kann eine akzeptable Show abliefern - ganz im Gegenteil: das Zuschauen tut weh, denn diese kalte Ausdruckslosigkeit und die krankhaften Grimassen sind selbst für C-Niveau noch zu billig.
Schnell das Fazit: Das Gegaukel "Sumuru" erklimmt spielend den Thron der übelsten Sci-Fi-Gurken und macht es sogar für eingefleischte Fans schwer, die Stange zu halten. Für Albert Pyun gibt es endlich einmal einen Grund, so richtig stolz auf seine Arbeit zu sein. Eigentlich ist dieses Stümperwerk selbst zu schlecht für den Ausdruck "Trash" - und vom Niveau eines "Lexx" oder gar eines "Barb Wire" sowieso um Längen entfernt. Um jeden Preis vermeiden!

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