Steve Martin war einst einer der größten Comedians überhaupt. Top-Komödien wie "Roxanne", "Der Mann mit den zwei Gehirnen" oder "Tote tragen keine Karros", machten ihn zum Superstar und der Komödien-Freak konnte sich ihm nicht entziehen. Heutzutage tritt er dagegen nur noch in Durchschnittskost auf, die zwar meist immer noch recht witzig ist, aber von den früheren Qualitäten eines Steve Martins nicht mehr allzu viel übrig hat. So auch "Im Dutzend Billiger", der Geschichte einer zwölfköpfigen Rasselbande zzgl. Eltern.
"Im Dutzend billiger" ist eigentlich nicht viel mehr als die X-te 08/15-Familienklamotte aus Amerika, die nicht viel Neues bietet, außer das es dieses mal gleich zwölf Kinder sind, die ihren Eltern das Leben zur Hölle machen. Dabei ist das Skript alles in allem recht dünn geraten und bietet nicht gerade viel Abwechslung, auch wenn es all die typischen Familienprobleme beherbergt, die überall auftreten, egal wie viele Kinder im Haushalt leben. Im Grunde werden diese Probleme dann dazu genutzt, um die Gags und Jokes des Films zu verarbeiten und dies ist mal mehr, mal weniger gelungen.
Denn bei den Gags sind von Brüller bis Blindgänger wirklich so ziemlich alle Arten vorhanden. Dabei liegen die besten Jokes immer noch in der Hand von Steve Martin. Es ist mitunter zum Brüllen, wie er diese Wahnsinnsbrut zu managen versucht. Egal ob es nun der Versuch ist, seinen Job als Football-Couch und seine Kinder-Versorgungspflicht unter einen Hut zu bekommen, seine herrlich schrägen Albereien mit den Kiddies oder eben einfach nur sein mitunter brillantes Mimik-Spiel Wenn Martin auftritt ist meistens Spaß angesagt. Eher nervig sind dann die Kids-Only-Szenen, sowie alle möglichen Kotz- und Pupser-Witze und die ein oder andere Chaos-Szene, die in ihrem Klamauk fast zu ertrinken vermag. Ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle sozusagen, wobei die positiven Gefühle vielleicht doch noch leicht überliegen.
Was die Inszenierung angeht, wurde größtenteils sorgfältig gearbeitet. Die Kulissen sind passend, Regie-, Kamera- und Schnittarbeit sind solide und auch die Musikauswahl klappt, vom Weihnachtslied im Abspann vielleicht mal abgesehen. Kurzum, man kann zufrieden sein.
In Punkto Darsteller sind es allerdings leider nur die Großen, die wirklich überzeugen können. Steve Martin macht seine Sache, wie schon erwähnt, recht überzeugend und auch Bonnie Hunt ist, als stressgeprobte Karriere-Mami, ganz nett anzusehen. Dazu Hollywood-Weichkäse Ashton Kutcher, als Kinderhassender, selbstverliebter Oberloser, der auch für einige Lacher gut ist. Die Kiddies sind dagegen allesamt eher von der nervigen Sorte und wirken nicht gerade talentiert, auch wenn man sie irgendwo denoch gerne haben muss. Allen voran die Zwillinge Brent und Shane Kinsman, die man schon in "Desperate Housewives" genauso lieben wie hassen gelernt hat. Hillary Duff ist zwischen der ganzen Brut da noch das Oberschnuckel! Na ja, vielleicht wird ja doch noch was aus ihnen.
Fazit: Locker-luftige 08/15-Familienkomödie, die zwar überhaupt nichts Neues zu bieten hat aber schon den ein oder anderen guten Lacher parat hält und auch sonst keine sonderlich ärgerlichen Details zu bieten hat. Eben einfach eine Komödie zum "Nebenbeisehen", an die man am besten keinerlei Erwartungen knüpft, außer einem richtig guten Steve Martin. Anschauen, lachen und vergessen!
Wertung: 6/10 Punkte