Inhalt:
China, Mitte des 17. Jahrhunderts, als die manchurische Qing-Dynastie die Macht über das Land mit eiserner Faust ausübt.
Der Großvater (Yee Yuen aka Yi Yuan) der bildhübschen Ping Erh (Doris Lung Chun-Erh) zieht mit dieser durch das Land, um sie "an den Mann zu bringen". Dem Mann, dem es gelingt, die exzellente KungFu-Fighterin Ping Erh im Kampf zu besiegen, darf sie zur Frau nehmen und heiraten. Selbstredend sind die Bewerber eher unansehnlich und im Kampf gegen Ping Erh letztlich chancenlos. Ping Erh besiegt ihre "Gegner" mit Leichtigkeit, jeder von ihnen hat nicht die geringste Chance.
Doch da wird ein junger, gutaussehender Mann in diese Fights hineingezogen, der herausragende KungFu-Kämpfer Kan Feng Chi (Sze Ma-Lung), der mit seinem Kumpel (Tseng Chao) die Szenerie betrat. Er besiegt tatsächlich die junge Dame im Kampf. Aber Kan und sein Freund flüchten..., und Opa und Enkelin nehmen die Verfolgung auf!
Kan Feng Chi und sein Freund werden steckbrieflich im ganzen Land gesucht. Sie gehören einer Verschwörung an, sind Rebellen die die manchurische Fremdherrschaft abschütteln wollen! Es kommt zu etlichen Kämpfen, ein manchurischer Officer, Hei Sa (Li Min-Lang) hat mit seinen Männern ebensowenig eine Chance, wie ein weiterer Qing-Officer (Tsai Hung). Kan Feng Chis KungFu ist unüberwindbar...!
Kan und sein Begleiter, stets auf der Flucht vor der heiratswütigenPing Erh und ihrem Großvater, die sie hartnäckig verfolgen, gelingt es, den manchurischen Fürsten (Lung Fei) der Region zu töten. Dann können die beiden Rebellen in einem entlegen versteckten Gasthaus, die Anführer der Verschwörung, eine männlich-weibliche Doppel-Spitze (David Tang Wei, Nancy Yen Nan-See) und ihre Kämpfer, erreichen.
Es gilt nunmehr, den gefährlich-skrupellosen Qing-Statthalter Kung Tai Pu (Lo Lieh) auszuschalten. Es kommt zu erbitterten und blutigen Kämpfen, der Anführer der Rebellen und dessen Familie werden brutal getötet.
Kan Feng Chi und Ping Erh, die mit ihrem Großvater die Stätte des Show-Downs erreicht, müssen ihre KungFu-Skills endlich bündeln, um gegen den unbesiegbar erscheinenden Kung Tai Pu zu bestehen. Es entbrennt ein Kampf auf Leben oder Tod...!
Kritik:
Im Jahre 1978 drehte Regisseur und Genre-Veteran Joseph Kuo für das eigene Studio "Hong Hwa International Films Ltd." diese flotte Eastern-Komödie, einen KungFu-Actioner mit rasant-dynamischen Fights, dezenter Komik und Top-Stars des Genres.
Dies in gediegener Eastern-Atmosphäre auf Taiwan, durchaus ansehnlicher Landschaft, authentisch altchinesischer Ausstattung und Kulisse. Das Manko liegt indes einmal mehr in der Storyline, die recht dünn und etwas hanebüchen ist, eine heiratswütige junge Dame verfolgt mit ihrem Opa 2 Rebellen, die mit ihren Mitverschwörern einen Qing-Statthalter und etliche Regime-Schergen zu eliminieren gedenken. Der Spannungsbogen ist da denn mitunter brüchig, die Story driftet im Mittelteil ins fragmentarisch-episodenhafte, gerade die Szene mit dem Inn-Keeper (Lui Ming) der Sze Ma-Lung und Doris Lung Chun-Erh volllabert drosselt das Tempo und wirkt deplatziert, doch läuft sich das noch schlüssig zum Endfight zurecht. Dennoch ist die Geschichte natürlich recht dürftig, alles lebt denn von der knackigen Fightaction, der Atmosphäre und einem prominenten Eastern-Cast der sich sehen lassen kann, nebst vielen hübschen chinesischen Darstellerinnen für den männlichen Betrachter.
In jenem ominösen Video-Clip "Top 80 der KungFu-Filme des Jahres 1978" auf der größten Vid-Plattform des Internets ist denn auch dieser Streifen gelistet, was mein Interesse an diesem Film weckte. Und dies gar unter den Top 10! Nun, genau wie bei "The Unique Lama" (siehe mein Review auf dieser Webseite), würde ich keinesfalls so weit gehen, doch ist diese KungFu-Komödie zumindest weit besser als jener "The Unique Lama", das auf alle Fälle.
Leben tut vieles vom Cast, und vor allem den zahlreichen KungFu-Fights, die rasant und dynamisch vonstatten gehen. Und hier sind die KungFu-Skills der beiden Hauptdarsteller*Innen, Sze Ma-Lung und Doris Lung Chun-Erh, insbesondere hervorzuheben. Sze Ma-Lung und sein eleganter Kampfstil, und er ist zudem ernsthaft im Spiel. Die Comedy in diesem KungFu-Actioner ist zum Glück auch eher dezent, steht nicht überlagernd im Zentrum, und ist gar insgesamt ganz witzig-spritzig. Wohltuend ist, dass die Heldenfigur des Hauptakteurs Sze Ma-Lung wie schon erwähnt, ernsthaft angelegt ist.Wie in solch komödialen Eastern üblich, wird dann auch durch brutal-böse Villains die Angelegenheit auf harte Action verlagert.
Sze Ma-Lung ist hier der Held, trotz Kumpel Tseng Chao -der das solide spielt-, ist Sze Ma-Lung hier bis fast zum Schluss der einsame, harte Kämpfer. Ernste Mimik, rassige KungFu-Skills, elegante Technik. Wie in "Der Todeshammer der Shaolin" ("Adventures at Shaolin", siehe mein Review auf dieser Webseite) brilliert Sze Ma-Lung auch hier mit seinem eleganten Kampfstil.
Lo Lieh ist der Hauptvillain, der erst ganz zum Schluss zum Einsatz kommt. Dass seine KungFu-Technik von einem hysterischen Lachen und Kleinkind-Gehabe begleitet wird, gehört -wie die "Finger-Abbeiß"-Szene-, zu den leider skurrilen und weniger gelungen Einfällen in diesem Film. Aber Lo Lieh ist immer für einen guten Kampf zu haben, sein Name allein hebt schon den Cast.
Lung Fei ist Gaststar dieser Produktion, er wird rasch ermeuchelt, doch bietet dies mit die besten Fight-Szenen. Li Min-Lang und Tsai Hung als Manchu-Officers sorgen für weitere Fight-Action, kurze Auftritte. Viele bekannte Gesichter für den eingefleischten Eastern-Fan säumen das Geschehen. Und Villain-Ikone Yee Yuen aka Yi Yuan ("Die 18 Kämpfer aus Bronze") ist hier in einer völlig ungewohnten Rolle zu erleben: Als Opa von Doris Lung Chun-Erh will er diese an den Mann bringen, wer sie besiegt, soll sie ehelichen dürfen. Auch das wirkt skurril und eher grenzwertig, diese Szenen nehmen die ersten 17 Minuten dieses Eastern ein, und wirken fast etwas befremdlich. Zum Glück kriegt das alles ja noch die Kurve, als Sze Ma-Lung das Geschehen aufmischt und die Story eine Wendung erhält.
Doris Lung Chun-Erh ist hier auf dem Zenit ihrer Attraktivität. Vollpony-Frisur, Dackelblick und Schmollmund am Anfang, doch ist sie wirklich dann bildschön, als sie die Haare zurück nach hinten gestylt hat und kesser auftritt. Zudem spielt sie -auch die recht undankbaren Szenen zu Beginn- gekonnt, und fightet famos. Auch von ihren Fight-Skills lebt "The Smart Cavalier".
Die zweite weibliche Rolle, im letzten Viertel des Films, hat eine weitere Eastern-Schönheit: Nancy Yen Nan-See, die hier ernsthaft agiert, als Rebellen-Anführerin, als es dramaturgisch denn zur Sache geht. Sie spielt das ernst-überzeugend, und ist neben Doris Lung Chun-Erh natürlich der Blickfang schlechthin -aber überhaupt spielen sehr hübsche Chinesinnen mit, auch in den kleinen Auftritten-. Wow, Doris und Nancy sind schon super-attraktive Actricen im Eastern-Sektor, die könnte ich nur dann abweisen, wäre ich mit Haley Bentley und Lexi Williams liiert.
Das Wichtigste ist die KungFu-Fightaction, zahlreiche KungFu-Kämpfe durchziehen diesen Eastern. Rasant-dynamische Fights, klassische Techniken, hohes Tempo, akrobatische Elemente und hohe Körperbeherrschung, dazu ein brachiales Dubbing. Am Ende dann KungFu-Fightaction-Total, mit einem -leider hysterisch lachenden- Lo Lieh im Kampf gegen mehrere Gegner. Mich erinnerte das wieder an "Der Todeshammer des Shaolin" wo der Bösewicht gegen eine Übermacht der Guten -darunter ja auch Sze Ma-Lung- zu bestehen hatte.
Insgesamt bietet "The Smart Cavalier" trotz einiger Mankos in der Storyline und bei manchen Einfällen dem geneigten, eingefleischten Easternfan noch eine recht flott-kompakte Unterhaltung. Knappe aber solide 6 von 10 Punkten kann sich "The Smart Cavalier" noch erfighten...!