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Das heutige Volk ist gierig! Gierig nach dem Wissen, was in der Welt passiert. Vor allem wenn es um Kriege geht, wollen die Menschen möglichst jedes Detail wissen, um auch ja nichts zu verpassen. Und damit der Hunger der Sensationshungrigen auch gestillt werden kann, gibt es eine Gattung von Menschen, die sich Tag für Tag in größte Lebensgefahr begeben: Die Kriegsreporter. Und wie es sich als Kriegsreporter lebt und was der Beruf so mit sich bringt, dass zeichnet Regisseur Robert Singer in seinem mutigen und zu tiefst packenden Kriegsdrama "War Stories" aufs realistischste nach und übt der weil auch gleich heftigste Kritik am eigenen Land aus.

"War Stories" besitzt eine tiefgreifende und glaubwürdige Geschichte um zwei Kriegsreporter, die durch ein Foto in eine politische Zwickmühle geraten. Dabei wird gezeigt wie sie ihrer Arbeit nachgehen und dabei sowohl einige Propaganda-Machenschaften des eigenen Landes aufdecken als auch das schlimme Treiben der Anhänger von Osama Bin Laden und seiner El Quaida aufzeichnen und dabei in größte Bedrängnis raten. Durch die Bank weg bleibt der Streifen auf realistischen Wegen und wird zu keinem Zeitpunkt parteiisch oder patriotisch. Und so etwas sieht man zur Zeit nur selten in amerikanischen Kriegsfilmen.

Nein, der Film geht sogar soweit, der USA Propaganda-Maßnahmen vorzuwerfen und die Fehler der Vorgehensweise der amerikanischen Besatzung an den Pranger zu stellen. Z. Bsp. wird in dem Film ein Flüchtlingslager mit Frauen und Kinder von den Amerikanern bombardiert und einige der amerikanischen Journalisten geraten in einen Hinterhalt, der ihnen das Leben kostet. Selten gab es einen Streifen, der sein Land so schwach dargestellt hat, ohne dabei aber eigene Propaganda zu schüren.

Denn wer jetzt meint, dass der Film Anti-amerikanisch wirkt, der irrt. Denn trotz aller Kritik am eigenen Land, wird auch auf das dramatische und höchst unmenschliche Verhalten von El Quaida und Ländern wie Usbekistan etc. eingegangen und an den Pranger gestellt. Dadurch wird der Streifen auch, wie schon erwähnt, zu keinem Moment parteiisch, sondern zeigt von beiden Seiten die teils dramatischen und, leider Gottes, wirklich vorhandenen Schwächen auf.

Neben der Kritik an beiden Seiten bleibt "War Stories" aber auch ein sehr spannendes Filmerlebnis, dass seine eigentliche Geschichte, bis zum Schluss, auf einem schweißtreibende Level hält. Grund dafür ist auch die Logik, die hier wirklich nie auf der Strecke bleibt und das saubere Übergehen jedweder Storylöcher. Kurzum, hier haben die Drehbuchschreiber wirklich alles richtig gemacht, um ein packendes Kriegsdrama und einen knackigen Thriller ordentlich zu verschweißen.

Was die Inszenierung angeht, wurde zudem ebenfalls viel Arbeit ins Detail gesteckt. Zwar ist es durchaus spürbar, dass es sich hierbei "nur" um einen TV-Film handelt, doch dafür ist das Ganze mehr als gelungen ausgefallen. Die Optik der trockenen und heißen Landschaften wurde packend eingefangen und die wuchtige Musikuntermahlung erzeugt eine fröstelnde Atmosphäre. Und auch die Kriegsszenarien wurden glaubwürdig und gut durch choreographiert in Szene gesetzt!

Dazu legen die Darsteller eine glänzende Performance ab. Jeff Goldblum spielt seinen Part, des harten aber gebrochenen Kriegsreporters, mit großer Glaubwürdigkeit und läßt seine Figur ideal auf den Zuschauer wirken. Aber auch alle anderen Darsteller gefallen.

Fazit: Packendes und tiefbewegendes Kriegsdrama, gepaart mit einzelnen Thriller-Elementen, um die schwere Arbeit der Kriegsreporter und den Gefahren ihres Jobs. Desweiteren eine glaubwürdige Kritik am Patreotismus und der Propaganda des eigenen Landes, die dabei aber selbst vollkommen Propaganda-frei bleibt und wirkliche beide Seiten an den Pranger stellt. Ein mutiger und wichtiger Film aus der TV-Welt von Hollywood, den man nicht verpassen sollte!

Wertung: 8,5/10 Punkte

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