Inhalt:
Drei Studentinnen betreiben Nachforschungen in Transsylvanien und geraten in die Fänge des Vampirs Raduh, der sich den Blutstein angeeignet hat. Zusammen mit Raduhs Halbbruder und einem Schloßverwalter versuchen die Mädels dem Bösewicht Einhalt zu gebieten.
Kritik:
Dieser erste Teil der inzwischen vierteiligen Vampirreihe erzählt eine interessante Blutsaugergeschichte und hat alles, was ein vernünftiger Vampirfilm braucht.
Der böse Vampir Raduh tötet zu Beginn seinen Vater und nimmt den Blutstein an sich. Dieser Stein enthält das Blut von Heiligen und dient eigentlich dazu, Vampire zu ernähren und so deren Anknabbern von Menschen zu vermeiden, doch Raduh ist nunmal von Grund auf böse und trinkt neben dem Inhalt des Steines weiterhin direkt von der menschlichen Quelle. Seinen guten Halbbruder will er töten und so kommt es ihm gerade recht, dass sich dieser in eine der frisch angereisten Studentinnen verguckt und er macht ihre Freundinnen zu Vampiren und will den Guten eine Falle stellen.
Die in Vampirfilmen unumgägliche Liebesgeschichte nervt zwar Anfangs etwas, wird aber immerhin am Schluss konsequent zu Ende geführt.
Langeweile kommt dabei nicht auf, da neben der abwechslungsreichen Story immer wieder Rituale des transsylvanischen Dorfes zum Besten gegeben werden, wobei der Höhepunkt sicher das imposante Maskenfest ist.
Der Film wurde direkt vor Ort in Rumänien gedreht, obwohl dies einige Probleme bereitete, da sich das Land zu der Zeit im Umschwung befand. Diese Entscheidung hat sich ausgezahlt, denn die Schauplätze, sowohl Landschaften als auch Gebäude, sind einen Blick wert.
Die Schauspieler fallen nicht positiv aber auch nicht negativ auf. Als besonderes Schmankerl absolviert Angus Scrimm, der sich mit seiner Rolle als Tall Man in der "Phantsam"-Reihe ein Denkmal setzte, einen kurzen Gastauftritt als Vater von Raduh, muss aber bereits nach wenigen Minuten das Zeitliche segnen.
Die Bluteffekte des Films halten sich zurück, sind aber, wenn sie zum Einsatz kommen, sehr gut gemacht. Besonders gelungen finde ich die Enthauptungsszene am Ende des Streifens.
Bei der Maske des Vampirs Raduh hat man sich augenscheinlich an Murnaus Nosferatu orientiert, zumindest was die auffallenden Fingerchen betrifft. Sowieso wurden viele Einstellungen z.B. wenn der Schatten des Vampirs über seine zukünftigen Opfer gleitet oder er flugs aus dem Bild entschwindet direkt aus dem Klassiker entliehen.
Herrlich sind auch die kleinen Diener des Blutsaugers, die er aus ein paar abgetrennten Fingern entstehen lässt. Diese maximal halbe Kniehöhe großen Minimonster erinnern stark an die Unterirdischen aus "Gate - Die Unterirdischen" und sind besonders putzig anzusehen, da sie eindeutig als Blue-Box- und Puppeneffekte zu erkennen sind, was ihnen einen gewissen Charme verleiht. Schade, dass ihre Auftritte nur recht kurz ausfallen.
Insgesamt ist dies eine erfreuliche Vampirverfilmung, die ich bei dem Namen "Full Moon" nicht erwartet hätte und die das Bestmögliche aus den knappen zur Verfügung stehenden Mittel herausholt.