Der wenig friedfertige Vampir Radu tötet seinen Vater, um an den Blutstein zu gelangen, der ihm mehr Macht verheißen soll. Just in seine transylvanische Heimat verschlägt es drei junge Studentinnen aus Amerika, die dort für ihr Fach Folklore (?) das Land studieren, daher wissen die auch ganz genau, was im Mittelalter vor 5000 Jahren dort los war (???). Die deutsche Synchro ist ohnehin nicht gerade ernst zu nehmen, seit wann ist "buona sera" transylvanisch? Egal, die drei Damen fachsimpeln nicht allzu lang, da wird auch unser Blutsauger auf sie aufmerksam und, wer hätte das gedacht, schon beugt der sich wie einst Nosferatu über den ersten weiblichen Hals. Mit Blut spart Ted Nicolaou zwar nicht, besonders, wenn das Radu, der mit Abstand besten Figur in diesem Film, zähflüssig aus dem Mundwinkel läuft. Seine kurzen, schattenhaften Abgänge erinnern tatsächlich noch entfernt an alte SW-Klassiker des Vampirfilms, ansonsten gibt sich "Subspecies" auffallend fantasylastig, eben typisch für Ted Nicolaous Filme. Die Drehorte in Rumänien mit historischen Bauten und schönen Landschaften sind gut ausgesucht, einige Szenen besitzen eine gelungen märchenhafte Atmosphäre. Rumänische Bräuche tun da ihr stimmungsvolles Übriges, ein düsterer Vampirfilm ist das wiederum nicht, Bram Stokers klassischer Graf Dracula wird auch nur kurz zitiert. Die Erweiterung des transylvanischen Mythos um allerlei Ungereimtheiten, verquickt mit einer schnöden Teeniestory samt Liebesabzweig mag zwar ungewöhnlich sein, die Gegenüberstellung der gegensätzlichen Vampirbrüder gelingt jedoch nur auf eine sehr simple, vorhersehbare Art, wie sie auch Ted Nicolaous "Vampire Journals" auszeichnet. Würde die ein oder andere kurze Goreszene fehlen, wäre eine Empfehlung für den familiären Halloweenabend drin, bei dem sich die Kleinen besonders über die Stop-Motion-Subspecies freuen dürften, kleine Blutteufelchen von Dave Allen ("The Howling") animiert. Neben Anders Hove als Radu ist noch Angus Scrimm ("Phantasm") in einer kleinen Nebenrolle als König Vladislav zu sehen, schauspielerisch ist die Riege für einen B-Movie von Full Moon gut besetzt. Einzelne Szenen können durch den Humor ganz gut unterhalten, wenn z.B. die Frage nach dem niedlichen Auto mit "Das ist ein Trabant, der ist aus Pappe." beantwortet wird.
Fazit: Fantasyhorror, solide für eine kleine rumänisch-amerikanische Produktion, doch bestimmt kein Highlight, das gleich mehrere Sequels braucht. 5/10 Punkten