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Regisseur Brad Sykes hatte doch vor Jahren die beiden Teile von „Camp Blood“ gedreht: Billig, aber mit einem gewissen Charme ausgestattet, bei dem jede Menge unfreiwilliger Humor zu finden war.
Drei Jahre später diese Rückentwicklung zum stümperhaften Amateurfilmer, dessen Werk jegliches Augenzwinkern fehlt. Miese Story, noch miesere Umsetzung.

Kurzum: Sechs Studenten wollen eine Party in der titelgebenden Fabrik starten, wo eine kontaminierte Frau einem nach dem anderen abschlachtet.

Im Folgenden kleine Spoiler, da der Verlauf keine erahnbaren Überraschungen parat hält:
Erstmal Vorstellung der sechs: Heldin, ihr Love Interest(ein furchtbar weicheierischer Schnulli), ein schwarzes Vögelpaar, eine Kampf-Lesbe und ein armer Thor, der selbstredend als Erster dran glauben muss.

Bis dahin vergehen aber satte 40 Minuten (von etwa 75 ohne Abspann), in denen nichts geschieht, was man sehen will. Die Typen kommen zur Fabrik (sieht eher aus, wie ein seit Jahren leerstehendes Billighotel), gehen entweder Fortpflanzung machen, sich annähern oder annerven. Es wird getanzt, Drogen und Alkohol gehören auch dazu und man wartet geduldig.
Bis dato wurden nämlich nur ein Knutschpaar und Porno-Popp-Knolle Ron Jeremy (in einem 2 Minuten Auftritt als Säufer) dahingerafft.

So, und dann kommt diese Killerin und gebärdet sich gar wie Mindy Clarke in „Return 3“. Es ist aber Tiffany Shepis, die jetzt nicht mehr attraktiv aussehen möchte. Dafür sorgen zwei Krallenhände, merkwürdig angebrachte Rasierklingen, ein unfähiger Zahnarzt, ein schlecht sitzender String und schäbige Kontaktlinsen, - davor haben die alle Angst?
Ab und zu – und schön der Reihe nach – macht sie sich über ihre Opfer her und zeigt uns Grausamkeiten, soweit die Fassung von M.I.B. das zulässt. Viel kann da aber auch in der Uncut Fassung nicht sein, denn sie rüttelt an ihren Opfern, beißt an diversen Hälsen herum, ohne dass Hautfetzen daneben liegen und sticht lediglich zwei Augen heraus.
Eher streichelt sie ihre Opfer mit der Krallenhand, was dann unverständlicherweise zu tiefen Fleischwunden führt.

Ach, und warum ist die so mies zu ihren Mitmenschen? Die Fabrik wurde illegalerweise für die Entwicklung biochemischer Kampfstoffe genutzt, die Killerin war eine Mitarbeiterin, wurde aufgrund neuartiger chemischer Zusammensetzungen versucht und machte sich anschließend über 22 Mitarbeiter her. Klar, das erklärt auch den ungeheuren Blutdurst und die Rasierklingen, zumal die ja auch 15 Jahre nach dem Vorfall nichts Besseres zu tun hat, als in der Fabrik zu hausen und auf Opfer zu warten.

Ach nein, und hier kommt der Spoiler:
Unter den vermeintlichen Opfern befindet sich die Schwester der Verrückten, die seit 15 Jahren für sie sorgt (in welcher Form auch immer). Dieser Plot Twist dürfte für niemanden eine Überraschung darstellen, dem das auffällige Overacting der Darstellerin nicht spätestens nach fünf Minuten Screentime auffällt.

Ansonsten natürlich keine Überraschungen, sondern der übliche Ablauf, nur eben schlecht umgesetzt, da sämtliche Figuren unsympathisch sind und für diese auch noch eine Anfänger-Synchro zuständig ist.
Darsteller also schwach bis mittellos, Score unglaublich gehaltlos, Kamera und Schnitt unauffällig bis unbemüht, lediglich die Kulissen können atmosphärisch punkten, auch wenn diese nie den Eindruck einer leerstehenden Fabrik vermitteln.
Spannung im Sparmodus findet sich erst im letzten Drittel und Gewaltszenen dürften zumindest in der deutschsprachigen Fassung kaum einen Gorehound beeindrucken.

Eine altbackene Story in wenig ansprechender Umsetzung. Das ist so ein Film, den man sich reintut, wenn das letzte Bier schon nicht mehr so richtig wirkt und einem die Möglichkeit zum Dahinschlummern erleichtert werden soll. Insofern stößt dieser inkompetente Teenie Slasher zumindest nicht bitter auf.
3 von 10

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