Die junge Magd Rose lebt auf einem Kuhhof zusammen mit ihrem Chef Herrn Flamm und dessen schwerbehinderter Gattin. Doch auch die Herren Keil und Streckmann begehren sie. Als sie nach einem Unfall einen Meineid leistet, verliert sie die Kontrolle.
Ich war nie ein großer Fan von Maria Schell, die für meinen Geschmack ihre Figuren immer viel zu weinerlich angelegt hat. Auch hier ist sie in der Lage, in jeder beliebigen Situation zwischen freudigem Lachen und Tränen umzuschalten, ein wirklich großartige Leistung der damals dreißigjährigen Österreicherin.
Wolfgang Staudte legt sein Drama in gemächlichem Tempo an und findet mit seinem Kameramann teils faszinierende Bilder, die zwischen steriler Künstlichkeit und wahrem Leben schwanken. Und auch wenn die Geschichte vor allem von einem Tächtelmächtel zum nächsten wandert, übt sie doch eine ordentliche Sogwirkung aus. Ich werden den Film sicher kein zweites Mal schauen, aber ich war auch nicht Willens vorzeitig abzuschalten.
Die Geschichte entfaltet sich langsam, recht bald ist aber abzusehen, dass sie nicht gut enden wird und wenn man kurz über das Schicksal von Rose nachdenkt, versucht wenigstens im Ansatz (mehr wäre Männern eh nicht möglich) nachzuvollziehen, was sie empfunden haben muss, so macht das schon sehr betroffen.
Dennoch ist hier fast keiner rein gut oder böse. In diesem Personenkreis haben alle ihre Schuld auf sich geladen. Rose reizt ihre Verehrer, spielt mit ihnen. Streckmann und Flamm sind einfach übergriffig, sehen die Frau, die sie wollen, aber nicht den Mensch. Vater ist ein religiöser Fanatiker und Choleriker. Einzig Keil scheint wahrhaft aufrichtige Gefühle zu haben, doch hat er weder das Äußere wie Streckmann, noch das Geld wie Flamm. Und da außer Keil keiner der Männer nachzugeben bereit ist, nimmt das Unheil seinen Lauf.
Ein guter Film, gut gespielt und inszeniert mit langsamer, aber interessanter Geschichte und hartem Finale. Maria Schell ist großartig, hart und verletzlich zugleich.