Inhalt:
Eine Gruppe junger Menschen kommt bei einem netten Mann unter, der sich bald als gar nicht so nett herausstellt. Zusammen mit seinen schaufenstrigen Puppen sorgt er dafür, dass die Gruppe immer kleiner wird.
Kritik:
Dass "Tourist Trap" von Filmen wie "Blutgericht in Texas" und "Psycho" inspiriert wurde, ist augenscheinlich aber nicht weiter tragisch, da sich das Ergebnis auf jeden Fall sehen lassen kann.
Die Geschichte an sich ist einfach gestrickt. Die jungen Leute haben eine Autopanne und treffen auf den allein lebenden Mann, dem nach eigener Aussage die Frau weggestorben und der Bruder ausgewandert ist. Als Andenken wurde eine riesen Sammlung von Schaufensterpuppen zurückgelassen, die sich im Nebengebäude befindet. Kurz darauf entpuppt (!) sich unser Mann als maskentragender Psychopath, der die Puppen tanzen lässt (!) und zwar mit Hilfe seiner telekinetischen Kräfte. So kann er die Puppenarmee auf seine neuen Untermieter hetzen oder auch eine seiner Frau wie aus dem Gesicht geschnittenen Figur Leben einhauchen, um mit ihr zu Abend zu essen oder ein Pläuschchen zu halten.
Gespickt ist die Story mit vielen netten Ideen. So können dank der Telekinese Puppen in Massen angreifen, ballern oder mit Messern schleudern, die Maske, in die der schlimme Finger schlüpft, wenn er böse wird, ist deutlich an Leatherface angelehnt und am Ende gibt es eine dicke Überraschung, als sich jemand als jemand anderes herausstellt als man meint.
Den Charakteren an sich wird wenig Tiefe gegeben. Die Kerle bleiben blass und die Mädels dienen als Zuckerpüppchen (!) oder als Moralapostelinnen. Nur der Hallodri wird etwas näher durchleuchtet, aber who cares schon bei einem Slasherfilmchen.
Apropos, ich kategorisiere diesen Film jetzt einfach mal als Slasherfilm und für einen Slasherfilm gibt es viel zu wenig Blutgehalt, was dem Film laut Interview des Regisseurs David Schmoeller auf der feinen X-Rated DVD das finanzielle Genick brach, da er ein niedriges (ich glaube PG) Rating bekam.
Ich finde aber, dass der Streifen auch ohne die rote Farbe sehr gut auskommt, da er eine schön dichte Atmosphäre aufweist. Die Musik hat mich auch überzeugt und aus manch einer Szene einiges rausgeholt. Wie gesagt, stellenweise werden Erinnerungen an "Blutgericht in Texas" wach.
Also, nicht von dem Namen Charles Band abschrecken lassen. Der Film eignet sich trotz einiger Längen gegen Ende zum Gucken, ohne dass man hinterher das Gefühl hat, seine Zeit vergeudet zu haben.