David Schmoeller hat sich besonders durch den (überschätzten) Horrorfilm "Pupptermaster" einen Namen gemacht. Sein Regiedebüt "Tourist Trap" ist ein kleiner aber feiner Backwood-Horror, der wegen mangelndem Erfolg in der Versenkung verschwand. Schon hier arbeitete Schmoeller mit dem Produzenten Charles Band zusammen, welcher nach seiner pleite gegangenen Produktionsschmiede Empire International Pictures Ende der 80er Jahre Full Moon Features gründete. Schmoeller schrieb das Drehbuch selbst, inspiriert wurde er durch eine dubiose Ausstellung von Schaufensterpuppen, die Puppen waren teilweise nicht ganz vollständig.
Für Molly (Jocelyn Jones), Woody (Keith McDermott), Becky (Tanya Roberts), Jerry (Jon Van Ness) und Tina (Dawn Jeffory) sollte es nur ein erholsamer Wochenendausflug werden, doch sie haben mitten im Nirgendwo eine Panne. Aber der hilfsbereite Mr. Slausen (Chuck Connors) ist schnell zur Stelle und verspricht den Teenies zu helfen. Er bringt sie in sein abgelegenes Wachsfigurenkabinett, welches vor dem Bau der Autobahn eine Touristenattraktion darstellte. Während Slausen mit Jerry den Wagen repariert verschwindet einer nach dem anderen spurlos. Slausen scheint einen Bruder zu haben, der echte Menschen in Wachsfiguren verwandelt. Bevor die kleine Gruppe das Unheil erkennt, ist es schon zu spät, denn sie sitzen in der Falle.
Was man "Tourist Trap" wahrlich hoch anrechnen darf ist, dass er viele typische Klischees vermeidet. So braucht man sich hier nicht nur eine lange Einleitung quälen, die meist nur dazu dient, die pubertären Aktionen der Teenager in den Fordergrund zu rücken. Die kleine Gruppe um Molly präsentiert sich wesentlich erwachsener. Dumme Sprüche, Alkohol oder Drogen und nervige Fummeleien ade, hier haben unsere Charaktere nicht die Zeit dazu. Schon der Auftakt bietet Grusel vom Feinsten, wenn Woody an der verlassenen Tankstelle von fliegenden Gegenständen attackiert wird. Das macht Lust auf mehr und man braucht sich nicht lange zu gedulden, da befindet sich die restliche Gruppe in Slausens Wachsfigurenkabinett. Dieses befindet sich mitten in den Wäldern, wo Schmoeller mit einigen Nebelmaschinen und einer gruseligen Geräuschkulisse für Atmosphäre sorgt. Sein Erzählstil ist sehr gediegen, aber die Spannungsschraube wird merklich angezogen, wobei es "Tourist Trap" stets am gewissen Etwas mangelt. Aber durch ihre Neugier verschwindet schnell einer nach dem anderen, denn im großen Haus neben dem Kabinett, treibt ein Maskierter sein Umwesen, der über telekinetische Fähigkeiten verfügt.
Er kann Gegenstände bewegen, Türen verschließen und lässt sogar seine Wachsfiguren lebendig werden. Diese werden natürlich aus Menschen hergestellt, wie wir in einer Szene zu sehen bekommen. Jedoch dürfte "Tourist Trap" dem Gorefan in keinster Weise munden, denn blutige Szenen sind rar gesäht. Ein Messer im Nacken, oder das Aufspießen zu Beginn sind schon die Höhepunkte, doch Schmoeller legt viel mehr wert auf unheimliche Momente und einige gute Ideen. So erlebt man noch einige Überraschungen, auch was Slausen betrifft. Und auch ohne Brutalitäten in den Fokus zu rücken, hat "Tourist Trap" einige fiese Szenen parat. Natürlich versuchen die Opfer auch zu fliehen, doch meist sind sie unterlegen. Das Ganze wird von einem teilweise sehr aufdringlichen Score untermalt, wie er in den 70er Jahren gerne üblich war. Natürlich sollte man als Zuschauer so fair sein und das Alter dieses Films anerkennen. Der begrenzte Rahmen an Möglichkeiten, wurde von Schmoeller so ziemlich ausgeschöpft. Die Darsteller machen für solch einen Film einen sehr guten Job und mit Tanya Roberts (Sheena - Königin des Dschungels, Body Slam) ist sogar ein Bond-Girl mit von der Partie. Chuck Connors (Soylent Green, Die Höllenfahrt) gibt den Psychopaten sehr eindringlich, leider kommt er nicht furchteinflößend genug rüber.
"Tourist Trap" war lange in Vergessenheit geraten, dabei hat er einige Ideen zu bieten, die besonders "House of Wax" inspiriert haben könnten. Ansonsten setzt Schmoeller eher auf Atmosphäre, anstatt mit Kunstblut zu suppen und eine Gänsehaut bekommt man hiervon allemal. Jedoch wünscht man sich einerseits auch ein bisschen mehr, denn echte Höhepunkte lässt der Film vermissen, desweiteren könnte das Finale ein bisschen mehr Schmackes besitzen. Trotzdem eine kleine Perle des altmodischen Horrorkinos, Nostalgiker werden begeistert sein.