Review

House of Mannequins 


In "Tourist Trap" geht eine Gruppe junger Freunde im amerikanischen Hinterland einem seltsamen Mannequin-/Wachsfigurenbauer ins Netz - klingt nicht nur altbekannt, ist auch ziemlich simpel von "Texas Chainsaw Massacre", "House of Wax" und "Psycho" abgepaust. Trotzdem hat dieser "Billigfavorit", wie ihn Stephen King süffisant in seinem ersten Buch liebkost, etliche positive Punkte auf seiner Seite, die ihn für Slasher- & Horrorfans sehr interessant machen. Der exzellente und unangenehm schöne Score wäre da als erstes zu nennen - kein Wunder, dass dem deutschen Mediabook die Soundtrack-CD beiliegt. Diese feinen Melodien und disharmonischen, musikalischen Aus-der-Bahn-Bringer greifen tief und sind weit besser, als es der Großteil des Films verdient hätte. Pino Donaggio hilft dem Film als Komponist enorm. 


Der Rest schwankt zwischen lahm, nett kopiert und wahrhaft gruselig. Chuck Connor als zwiespältiger Mr. Slausen ist durchaus kultig, ihm und seinen Figuren will man nicht nachts in einer dunklen Gasse begegnen. Seine Opfer dagegen sind schneller vergessen als man den Score nachsummt. Das Lachen der Mannequins und so manch eines deren verzerrten Gesichter wird man jedoch weniger schnell aus dem Kopf kriegen. Und der übernatürliche Einschlag bringt etwas Würze in den Backwood-Alltag. In Sachen Nacktheit und Gore enttäuscht der Film, doch man merkt schnell, dass er eher auf Atmosphäre und Unwohlsein setzt, auf seine Schauerpuppen, als auf blutigen Schock. Kann ich gut mit leben und war in weiten Teilen effektiv bei mir. Man sollte eben nur keinen absoluten Klassiker erwarten oder Dinge, die man noch nicht gesehen hat. Für sein niedrigeres Budget gibt der Film alles!


Fazit: atmosphärisch, simpel, creepy - nicht sonderlich innovativ und die Protagonisten haben weniger Charakter als die teuflisch lachenden Mannequins, doch dieser Touri-Falle geht man trotzdem gerne auf den Leim!

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