Review

Ein verschlüsselter Porno, eine über den Penis gestülpte Socke und ein Junge der zu blöd war seine Tür zu verschließen.
So begann 1999 American Pie, der Vater der modernen Teeniefilme und der einzige (gut, die Fortsetzung auch noch) den man wirklich sehen sollte.
Das Konzept ist ein Einfaches: Eine Story, rund um 4 Schüler die endlich Sex haben wollen, sympathische, unverbrauchte Darsteller und Gags am laufenden Band, inklusive einer Prise Fäkalhumor.
Dazu recht viel nackte Haut und eine Szene über die in Windeseile jeder Spricht. In diesem Fall sind es sogar zwei: Die Zweckentfremdung des titelgebenden Apfelkuchens sowie Michelles bekannte Stories übers Ferienlager.

Doch es sind nicht mal solche Szenen, die den Film zum Pflichtprogramm für Freunde des auch mal etwas niveauloseren Witzes machen, denn auch Abseits der Gags hat der Film einiges zu bieten. Da wäre z.B. die perfekte Highschool-Atmosphäre, die der Film erzeugt und die auch durchaus außerhalb der Staaten an "alte" Zeiten erinnern lässt bzw. einen daran erinnert wie schön die Schulzeit doch ist.
Ein weiteres Plus sind die Charaktere: Ein schüchterner Tollpatsch (Jim), ein Sportler mit einer bislang unentdeckten weichen Seite (Oz), ein recht sonderbarer Typ mit unzähligen Macken (Finch), sowie der totale Durchschnittstyp (Kevin) bilden das Hauptquartett des Films. Identifikationspunkte sind da nicht schwer zu finden, zumal es da noch eine Reihe Nebencharaktere gibt, inklusiver einer ganzen Palette weiblicher Figuren, mit so klassischen Parts wie der sexerfahrenen Tratschtussie, dem etwas naiven, süßen blonden Mädchen usw.
Ach Ja, der Schulproll darf natürlich auch nicht fehlen.

Als Darsteller wählte man fast ausnahmslos damals noch so gut wie unbekannte Jungmimen, die durch die Bank weg ihre Rollen toll verkörpern. So gut, dass einige kaum von diesen Rollen wegkamen. Jason Biggs, zum Beispiel, verkörperte den Tollpatsch neben den 3 Pie Streifen unter anderem noch in "Loser".
Und Sean William Scott wird der Stiff-Meister wohl ebenfalls noch ewig nachhängen.
DIE Kultfigur des Films ist aber sicherlich Jims Dad, gespielt von Eugene Levy, der mit seinen genialen Vater-Sohn-Gesprächen für die größten Lacher des Films sorgt.

Doch American Pie hat auch seine "ernsteren" Seiten. Während Jims und Finchs erste Erfahrungen in Sachen Liebe und Sex vor Peinlichkeiten und zum Brüllen komischer Szenen strotzen, zeigen Oz und Kevins Geschichten weitaus realistischere Züge. Ersterer findet auf dem Weg zum ersten Sex unerwartet die erste große Liebe, die ihn völlig verändert.
Kevin und seine Freundin hingegen wollen das perfekte erste Mal, müssen aber erkennen, dass eben nichts perfekt ist, inklusive ihrer Beziehung. Somit präsentiert American Pie hier am Ende kein totales Happy End, in dem alle Figuren glücklich verliebt sind.
Stattdessen zeigt der Film am Ende worum es die ganze Zeit wirklich ging: Weniger um Liebe und Sex, sondern um Freundschaft, die nach all den Höhen und Tiefen noch stärker geworden ist.

Fazit: Tolle Darsteller, Gags am laufenden Band, aber auch 4 ganz unterschiedliche, teilweise auch ernsthafte Geschichten rund um Liebe, Sex, aber vor allem Freundschaft. Großartige Atmosphäre unterstützt durch einen guten Soundtrack komplettieren das Rundum-glücklich- Packet.
Oft kopiert, nie erreicht: Für alle im passenden Alter und für die, die sich noch mal an die "gute" alte Zeit erinnern möchten, ist American Pie ein absoluter Pflichtfilm. 10/10

Details
Ähnliche Filme