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„American Pie“ leitete nach einem Bombenerfolg ohne Gleichen ein wahres Revival der Teenie-Komödien ein – und verdient seinen Kultstatus zu Recht.
Hauptfiguren sind Jim (Jason Biggs), Oz (Chris Klein), Kevin (Eddie Kaye Thomas) und Finch (Thomas Ian Nicholas). Alle haben vor allem eines gemeinsam: Sie haben noch nie Sex gehabt und wollen diesen Zustand schnell ändern. Aber alle besitzen eigene, charakteristische Merkmale: Jim ist tollpatschig und sexuell absolut unerfahren, Oz eine wahre Sportskanone und Finch ein etwas mickriger Sonderling. Kevin hat als einziger aus der Truppe eine Freundin, aber diese will ihn nicht ranlassen. Diese verschiedenen Figuren mit ihren ganz eigenen Macken, aber alle mit demselben Ziel bilden eine gute Grundvoraussetzung für eine rundum gelungene Komödie.
Nach einer Party bei dem total eingebildeten und sexuell hyperaktiven Obermacho Stifler (Seann William Scott) überredet Kevin seine Freunde zu einem Pakt: Bis zum bald anstehenden Abschlussball sollen alle ihre Unschuld verlieren und sich gegenseitig dabei unterstützen. Jeder versucht dies auf seine eigene Weise, von denen allerdings viele einen weniger guten Ausgang nehmen...

Klar eine dünne Story, aber diese ist bei einer Komödie meist eh egal, da es hauptsächlich um eines geht: Lacher erzeugen! Und dies kann „American Pie“ meisterhaft, auch wenn ein Großteil der Gags unter die Gürtellinie geht. Doch die Regisseure Chris und Paul Weitz beweisen bei dem Einsatz der Peinlichkeiten ein derartig gutes Timing, dass selbst ein einfaches „Los Baby, blas’ mir einen.“ Kultstatus erreichen kann.
Die Darsteller sind allesamt sehr sympathisch und spielen recht gut. Vor allem Jason Biggs macht als Loser Jim eine super Figur, die allerdings die meisten seiner späteren Besetzungen ausmachen würde (ähnliche Rollen in „Zickenterror – Der Teufel ist eine Frau“, „Loser – Auch Verlierer haben Glück“ und „Boys, Girls and a Kiss“). Das Gleiche, sowohl im Bezug auf spätere Rollen und Passen in die Rolle, trifft auf Seann William Scott zu. Auch die weibliche Riege ist nicht schlecht, obwohl sie etwas in den Hintergrund tritt (und dort meist optische Qualitäten zu erfüllen hat, vor allem Shannon Elizabeth).
Die musikalische Untermalung ist ebenfalls rundum gelungen: Fetziger Punk und stimmiger Alternative Rock zeichnen den Film aus. Die Songs gehen ins Ohr (vor allem „Mutt“ von Blink 182) und sprechen zwar auch weniger rockbegeisterte Menschen an ohne Fans wie mich zu vergraulen.
Hoch ist auch der Wiedererkennungsfaktor: Wer kennt keinen Vollidioten der Marke Sherman und wer hat nicht schon ähnliches erlebt wie einer oder mehrere der Protagonisten? Denn dies und die Tatsache, dass „American Pie“ seine Charaktere nicht als bloße Witzfiguren, sondern als sympathische Identifikationsfiguren nutzt, machen den besonderen Reiz des Films aus. Aus diesem Grund dürfte „American Pie“ auch weltweit den Zuschauernerv getroffen haben.

„American Pie“ ist eine Kultkomödie, die man sich am besten in Gesellschaft möglichst vieler Freunde ansieht, was den Witz noch steigert. Neben den grotesken Gags sind es vor allem die sympathischen Figuren und Darsteller, welche den Zuschauer in den Film eintauchen und die Storyschwächen vergessen lassen.

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