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Der Schulabschluss ist also so gut wie in der Tasche und die letzten drei Wochen wollen die vier Highschool-Schüler Jim, Kevin, Oz und Finch nochmal so richtig auf die Kacke hauen. Das wäre dann doch genau die richtige Zeit, um endlich das Stadium der Jungfräulichkeit zu verlassen, denken sich die vier und schließen einen Pakt: Spätestens bis zur legendären Abschlussballparty soll die Unschuld verloren sein.

Nichts weiter, das ist sie, die Ursuppe, auf die so etwas wie ein zweiter Genreurknall folgte. Plötzlich waren die Teeniekomödien wieder in. Warum "American Pie" diese Kettenreaktion auslöste, ist wohl mit seiner rebellischen Art zu begründen und dem Verdienst, mit ihr doch das ein oder andere mediale Sextabu gebrochen zu haben. Dass dies ausgerechnet der in diesen Fragen eigentlich für prüde gehaltene amerikanische Film schaffte, überrascht vielleicht ein wenig - aber dann doch irgendwie auch wieder nicht, wenn man sich vor Augen führt, dass sich der Film auf dem Spermabier-Niveau befindet. Also ein Tiefschlag folgt dem nächsten. Immer kräftig zulangen, egal wohin, solange man nicht oberhalb der Gürtellinie trifft.

Als Manifest der Spring-Break-Kultur ist "American Pie" im Grunde, d.h. nicht ernsthaft, auch wenn er es vorzugaukeln versucht, daran interessiert, etwas anderes zu tun, als in die Partykerbe zu schlagen. Jason Biggs gebührt Respekt bei dem Maß an Selbstentwürdigung, sein Filmdad ist zugleich vielleicht einer der coolsten und peinlichsten Filmdads, die das Kino je kannte, Sean William Scott wird noch heute über seine berüchtigte Stifler-Rolle definiert und Shannon Elizabeth lässt die pubertären Herzen, die unter dem Gürtel zu findenden, höher schlagen. Das alles gewinnt natürlich keinen Intelligenzpreis, aber es funktioniert - auf seiner eigenen animalischen, primitiven Ebene - ganz prächtig.

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