Da glaubte man die Teeniekomödie schon tot, da brachen die Gebrüder Weitz mit ihrem Regiedebüt alle Rekorde. Es war die Wiedergeburt dieses Genres, welches ettliche Plagiate nach sich zog. Es folgten zwei Sequels und für alle Jungdarsteller, die sich hier tummeln, ging es fortan steil die Karriereleiter hinauf. Leider ließ man es nicht bei einer Trilogie bewenden und zog den Namen "American Pie" mit drei grottenschlechten B-Komödien in den Dreck.
In drei Wochen ist der Abschlussball und die vier Kumpels Jim Levenstein (Jason Biggs), Chris Ostreicher (Chris Klein), Kevin Myers (Thomas Ian Nichols) und Paul Finch (Eddie Kaye Thomas) schließen einen Pakt. Bis dorthin wollen alle Vier ihre Unschuld verloren haben, doch das Vorhaben gestaltet sich als äusserst schwierig. Bisher hat nur Kevin eine feste Freundin, Chris versucht sich im Chor die hübsche Heather (Mena Suvari) anzulachen, während Jim bei Nadia (Shannon Elizabeth) kläglich scheitert. Bei Finch sieht es noch trauriger aus und der Ball rückt immer näher.
Wer erinnert sich nicht an die Schulzeit und an das erste Mal ? Und vor allem wer blickt nicht mit einem weinenden Auge zurück ? "American Pie" versetzt uns kurzzeitig in diese Zeit zurück und hat obendrein Charaktere zu bieten, mit denen man sich wunderbar anfreunden kann. Jeder der Vier hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Da hätten wir den schüchternen Jim, der von seinem überaus verständnisvollen Vater (Eugene Levy) aufgeklärt wird, Kevin der zwar eine feste Freundin hat, aber trotzdem noch Jungfrau ist, Chris der sein erstes Date mit einem älteren Mädchen voll versaut und den kultivierten Finch, der sich weigert die Schultoilette zu benutzen.
Mit aller Gewalt versucht man sich eine Freundin anzulachen, doch Jeder tritt mal ins Fettnäpfchen. So macht sich Jim im Internet lächerlich, Kevin hat bald Streit mit Vicky, Chris hat auch so seine Probleme mit der sensiblen Heather und bei Finch sieht es am düstersten aus. Doch wir wissen im Vorhinein, dass die Vier punkten werden, so kann "American Pie" nur selten überraschen.
Aber der Weg dorthin ist schwierig und für Jeden mit vielen Stolpersteinen versehen. Man setzt hier auf pubertäre Zoten, Situationskomik und eigentlich schon oft dagewesene Gags. Aber es funktioniert. Obwohl der Großteil des Humors unter die Gürtellinie geht, hat "American Pie" die Lacher auf seiner Seite. Die Gebrüder Weitz feuern hier ein Gagfeuerwerk erster Güte ab, das in keiner Szene langweilt. Dazu gibt es einen tollen Score mit rockigen Songs, zum Beispiel von Blink.
Bei den Darstellern hat man wirklich gut gewählt. Jason Biggs als tollpatschiger Jim macht seine Sache großartig, durch "American Pie" wurde er zum Star und spielte nicht nur in den beiden Fortsetzungen mit, sondern in zahlreichen Komödien in dieser Richtung. Genauso Seann William Scott, der als Steve Stifler für reichlich Brachialhumor sorgt. Wären da noch Thomas Ian Nichols als Kevin, Chris Klein als Chris Ostreicher, Eddie Kaye Thomas als Finch, Alyson Hannigan als Jim´s Date zum Ball, Shannon Elizabeth als Nadia, Tara Reid als Vicky, Natasha Lyonne als Jessica und natürlich Eugene Levy als Jim´s Dad. Eine sympatische Besetzung, die man auch für die beiden Sequels verpflichtete.
Auch wenn man ihn öfter schaut, "American Pie" macht immer wieder Spass. Dafür sorgen zahlreiche Gags, die sympatischen Hautpdarsteller und eine gelungene Inszenierung. Hier amüsiert sich jung und alt in einer der besten Teeniekomödien aller Zeiten.