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Heute wollen wir uns einem Genre widmen, dass nicht gerade von einer Vielzahl an bekannten wie erlesen Filmen bestückt ist: dem Horror-Western. Wenn dazu noch der Regisseur William Beaudine heißt, dürfte sich hartgesottene Fans im Klaren sein, das dieser Trip wohl keine Besteigung des cineastischen Olymps geben wird. Beaudine trug Zeit seines Lebens den Beinamen "One-Shot". Grund dafür war, dass er viele Szenen nur einmal drehen lies, um Zeit und Kosten zu sparen. Neben einigen Lassie-Filmen fabrizierte der Mann auch groben Unfug wie "Billy the Kid versus Dracula", "Bela Lugosi meets a Brooklyn Gorilla" oder eben diesen geistig hochtrabenden Erguss hier.

Somit konnte für "Jesse James Meets Frankenstein´s Daughter" nur gelten: Top oder Flop, Hopp oder Top, Sekt oder Selters. Umso erstaunlicher ist, dass es sich hierbei um ein in allen Belangen recht durchschnittlichen Western handelt. Handwerklich sogar überaus solide inszeniert, bietet dieses Werk leider wenig Neues an der Cowboy- und Indianerfront. Der Horrorpart macht ungefähr 30 Prozent des Gesamtwerkes aus, aber selbst hier nimmt Beaudine sich zurück. Ein lebendes Gehirn im Wasserglas und etwas Spukschloss-Atmosphäre, womit der Trash-Faktor auch schon wieder erschöpft wäre. Der Rest ist der übliche Eiertanz (eine Prügelei, eine Schießerei, ein Mann der auf dem Operationstisch zum Monster transformiert wird) auf Sparflamme.

"Jesse James Meets Frankenstein´s Daughter" ist ein Film, dessen Titel mehr verspricht, als die maue Story hält. Mäßig unterhaltsam und kaum spannend inszeniert, kann der Streifen wohl nicht mal die Freunde von kuriosem Trash befriedigen. Deshalb: 4 von 10 Punkten.

Ach ja, die Handlung: Ganove Jesse James trifft auf die Tochter von Frankenstein - wie der Titel schon sagt. Diese bastelt gerade an einem künstlichen Menschen. Auch das ist sicher keine große Überraschung...

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