Wer glaubt, daß "Al Bundy" schrill und schräg war, hat sich offenbar noch nicht eine Vorführung von "Terror Vision" verirrt, eine geradezu sensationellen Geschmacklosigkeit, wie sie nur in den 80ern möglich war.
In dieser Dekade sind zwar einige irritierende Filme im Horrorgenre produziert worden, aber dermaßen absurd kam selten einer daher. Ted Nicolaou, der später den Großteil der "Subspecies"-Reihe runterriß und noch viel mehr Schrott für Charles Bands Videobänder produzierte, befand sich 1986 wohl noch in jugendlichem Übermut und produzierte in einer reinen Studiokulisse eine wahnwitzige SF-Horror-Satire, der eigentlich nur noch die Musicaleinlagen zum totalen Kultfilm fehlen.
Zur Story: Außerirdische von einem fernen Planeten entsorgen ihren Mutantenmüll am liebsten, indem sie ihn in eine energetische Form überführen und dann durchs Universum feuern. Leider fängt die neue Satellitenanlage der Familie Putterman auf ihrer Frequenz den letzen Müllbeutel ein und ermöglichst so einem schleimigen, triefäugigen Fleischklops, mittels des TV-Apparats in ihrem trauten Heim zu erscheinen.
Als wäre das nicht schon schräg genug, tragen die Familienmitglieder dazu bei, den Wahnwitz auf die Spitze zu treiben.
Die Eltern sind nämlich in der Hauptsache damit beschäftigt, einen Swingerabend mit Frauentausch in ihrer geschmacklos eingerichteten Luxusrammelbutze zu arrangieren; die Tochter sieht aus wie ein überschminkter Cyndi-Lauper-Klon (das war durchaus beabsichtigt) und ihr Freund ist ein dumpfnasiger Lederjackenträger (hier brilliert in einer debilen Rolle der junge Jon Gries, der später die Serie "The Pretender" mit seinen Computerkenntnissen veredelte). Sohnemann, im perfekten Goonie-Alter eifert da mehr dem Weltkriegsopi hinterher, der am liebsten in seinem Luftschutzkeller Waffen hortet und Eidechsenschwänze (getrocknet) mampft, während er auf der Megaglotze alte Horrorschinken der miesen Bauart schaut.
Und neben den direkt aus den 50ern geholten Aliens im Silberanzug gibt es auch noch "Medusa", die Moderatorin einer "Vampira"- bzw. "Elvira"-ähnlichen Monstershow, die man hier gern mal als Telefonjoker hinzuzieht.
Während man also noch aufgrund der Farben, des Tonfalls, der Dialoge und dem ganzen Plot mit der Migräne kämpft, absorbiert der Mutant fröhlich die Anwesenden, mutiert vor sich hin und hinterläßt kotähnliche Schleimklumpen als Überreste, während natürlich niemand dem kleinen Jungen glaubt, der ja eh nur Tünnes redet.
Großen Erfolg hat der Film damit leider nicht gehabt, dafür fehlt es der Story leider an Substanz und der Satire an handfesten Ecken und Kanten. Ein bißchen Schockpotential wird leider immer wieder endlos durch Füllszenen gestreckt und die Figuren kommen selten wirklich von der Stelle, wobei die allgemeine Hysterie und endlose Überzeichnung der Charaktere dem Unterhaltungsfaktor auch nicht förderlich sind. Gut, es ist albern, es ist grell, aber das war es dann auch schon. Die Effekte sind ganz solide, aber spätestens als die Überlebenden das Monster erziehen wollen, um zu überleben, streckt sich die dünne Handlung zu sehr und man schaut entnervt auf die Uhr.
Freude macht da nur noch die Ausstattung und der kostensparende 50er-Studiolook in knalligen Farben, der mit Sorgfalt und Liebe kreiert wurde. Zumindest mit der untypischen Schlußwendung kann der Film noch punkten, aber am Ende ist der Schlockfaktor wirklich totgeritten und man hätte sich das alles doch besser als schrille Episode einer TV-Serie gewünscht.
Wegen zeitweiser Abgefahrenheit spendier ich aber noch 5/10 und für jeden einen Eidechsenschwanz.