Review

Ein Film wie „The Dentist 2“ kann nicht befriedigen. Dafür ist seine ganze Machart zu simpel. Es reicht für einen Horrorfilm nicht aus, bloß darauf zu setzen, dass der Zuschauer Angst vor einer zahnärztlichen Behandlung hat und sich deshalb auch vor der Traktierung eines (schlecht gemachten) Kunststoffmundes fürchten wird. Genauso wenig kann man einen Arachnophobiker mit Gummispinnen wirklich verstören.

Es hätte schon einer soliden Story bedurft, um die Angst vor dem Zahnarzt wirklich in einen Horrorfilm zu überführen. Das wurde hier nicht getan, sondern man hat versucht, etwas in der Art der Stepfather-Filme als Basis wiederzuentdecken und ein wenig dentale Folter als individuelle Note einzubringen. Das war nichts.

Es nützt dem Film auch wenig, dass sich Corbin Bernsen schauspielerisch wirklich bemüht und den verwirrten Charakter von Dr. Feinstone ordentlich in Szene setzt. Was nützt das beste Spiel, wenn man am Ende einen derartig lächerlichen Abgang vom Drehbuch zugeschrieben bekommt. Das muss einem ernsthaften Schauspieler doch wehtun.

Der Rest der Schauspieler fällt nicht weiter auf, da es keine tragenden Rollen gibt und scheinbar alle nur Nebendarsteller sind. Da stellt sich dem geneigten Zuschauer doch die Frage, was die Hauptrolle sein sollte. Ich denke, man hätte die Geschichte mit Bernsen zu einem intelligenten Thriller entwickeln können (gerne zusammen mit dem ersten Teil). Aber nein, es musste ja partout der Gummimund die Hauptrolle kriegen.

Bei diesem Film muss man sich Fragen, was aus dem guten Brian Yuzna geworden ist. Er war doch früher in der Lage, um seine Neigung für drastische Einzeleffekte herum eine clevere Story zu weben. Heute kommt aus seiner Regiearbeit nur noch unbedeutender Blödsinn heraus. Nur noch in wenigen Szenen blitzt sein Potential hervor. Bei „The Dentist 2“ war eine dieser Szenen der Beinahe-Einsatz der Schlagbohrmaschine in dem imaginären, schick weißen Behandlungszimmer, das in Wirklichkeit eine schäbige Baustelle ist. Ebenfalls gelungen ist die Überraschungspartie, die irgendwie viel überraschender war als geplant. Derartiges will ich von Yuzna sehen – realistische, nachvollziehbare Schockmomente, mit einem Augenzwinkern serviert.

Dieser Film ist auch phasenweise unerträglich langweilig (was ja wohl die klassische Todsünde eines Horrorfilms ist) und herzzerreißend vorhersehbar (na, wann kommt denn die Nail-gun nun endlich). Er ist auch in seinem Soundtrack schäbig. Wie oft wird Siegfrieds Trauermarsch wohl noch vergewaltigt werden, um schlechten Filmen etwas Pathos zu verleihen?

In Summe ist „The Dentist 2“ im Bodensatz moderner Horrorfilme angesiedelt. Er kann niemandem mit gutem Gewissen empfohlen werden. Geben wir ihm 2 Punkte, vergessen die Sache und sehen uns lieber noch einmal „Return of the living dead III“ an.

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