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Dr Feinstone, der geisteskranke Zahnarzt aus dem ersten Teil, seines Zeichens Pedant und Hygienefanatiker ist aus dem Irrenhaus ausgebrochen, und fängt nun ein neues Leben in einer Kleinstadt an. Prompt verliebt er sich in seine Vermieterin, und es scheint gut zu klappen. Alles läuft wie am Schnürchen, doch dann muss eine Krone erneuert werden. Leider ist der dortige Zahnarzt ein Pfuscher vor dem Herrn, und aufgrund seiner Schlampigkeit tötet Feinstone ihn. Er übernimmt seine Praxis, doch er wird weiterhin von Halluzinationen, brenneder Eifersucht und Hass geplagt. Als er herausfindet, dass einige Leute ihm auf den Fersen sind, schlüpft er vollends in sein altes Ich zurück, und bohrt desöfteren mal mehr, als eigentlich nötig ist.

Brian Yuzna, der für solch gelungene Filme wie Bride of Re-Animator, H. P. Lovecraft's Necronomicon und Return of the Living Dead 3 verantwortlich ist, und auch den soliden ersten Teil inszenierte, liefert hier quasi ein kleines Remake ab, dass zum ersten Teil so steht, wie Tanz der Teufel 2 zu Tanz der Teufel 1. Dennoch bietet er alles, was man sich wünschen könnte.

Die Handlung ist, wie weiter oben beschrieben, nichts neues. Alles baut sich langsam auf, und der Film spielt ein wenig mit dem Zuschauer, und zögert die Morder heraus, lässt Feinstone, der übrigens vom selben Darsteller wie im ersten Teil gekonnt verkörpert wird, teilweise anders reagieren als man denkt, ohne den Charakter groß zu verändern. Dies ist auch garnicht nötig, da ein geisteskranker Zahnarzt mehr als genug Potential für einen befriedigenden Horrorfilm bietet. Ab der zweiten Hälfte legt Feinstone wieder einmal richtig los, und seinen Höhepunkt findet der Film in der Folterung einer Mitarbeiterin der Bank, welche extrem lang, sadistisch und schmerzhaft anzusehen daherkommt.

Die Spannung wird auch nicht vernachlässigt, und kommt zum Großteil aus der seltsamen Beziehung, die er zu seiner Freundin hat, und der Tatsache, dass es anscheinend Leute gibt, die genau wissen, wer er ist, und was er gemacht hat, es aber nicht beweisen können. So bleibt es durchgehend spannend und unterhaltsam, obwohl der Film natürlich alles andere als ein Feuerwerk ist, aber das war ja bei Teil 1 genauso. Yuzna bietet mehr oder weniger solide heruntergekurbelte Ware von der Stange, die sich in keinster Weise vom Einheitsbrei abhebt, und dabei weder enttäuscht noch überrascht, man weiß ganz genau wie der Film wird, wenn man ihn in den Player legt. Innovation findet man eigentlich nicht.

Dafür werden dem Zuschauer wieder einige sehr gute Effekte geboten, vor allem die Bohrungen, die stets in Nahaufnahme gezeigt werden, sind schon sehr heftig, gerade weil man irgendwie den Schmerz fühlt, und es beim Zuschauen weh tut. Die Folterung der Bankangestellten ist sehr lang geraten, und ist viel sadistischer als die meisten Szenen des ersten Teils. Ohne Hemmungen puhlt er in offenen Zähnen herum und quält sein Opfer, obwohl auch sehr viel Weggeblendet wird, wenn es wirklich ans Eingemachte geht. Aber es ist ja auch keine Splattergranate, und war vermutlich auch nicht so angedacht.

Schwarzen Humor gibt es wieder reichlich, und es macht einfach Spaß den Irren Doc beim Abdrehen zu beobachten, denn gegen Ende gibt es echt kein Halten mehr, und er macht so ziemlich alles platt, was ihm vor den Bohrer kommt. Diese humoristische Seite ist ganz klar die Stärke des Films, denn abgesehen davon ist the Dentist 2 nichts neues oder besonderes, sondern solider 0815 Horrorkino der 90er.

Fazit: Ganz nett für zwischendurch, aber noch lange kein Klassiker. Sollte man ihn billig bekommen, kann man defintiv zuschlagen wenn man den ersten mochte, denn die beiden Teile schenken sich relativ wenig, obwohl Teil 1 ein wenig besser war, weil man noch nicht so im altbekannten Strickmuster gefangen war, aber das ist halt die Achillesferse der Sequels.

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