Mehr Sexdrama als echte Naziploitation, was soviel bedeuten mag, dass auf die üblichen Geschmacklosigkeiten und kleinkarierten Tabubrüche weitestgehend verzichtet wurde. Dennoch ist "Nazi Love Camp 27" ein nur mäßig interessanter Film geworden: Das Erzähltempo ist schleppend und selbst die wenigen Härten reißen es kaum noch raus. Die Story hat man nach einmaligem Sehen schon wieder vergessen.
Das Einzige, was dieser Streifen den anderen Genrevertretern wirklich voraus hat, ist nicht nur eine handwerklich solidere Inszenierung, sondern auch die wesentlich aufwändigeren Sets und Kulissen. NLC27 ist weniger hingeschludert, sondern kann in punkto Kameraführung und Ausstattung durchaus überzeugen. Auch die Darsteller wirken professioneller als die aus der Schmuddelecke.
Generell ist der Film eher dem Publikum zu empfehlen, das bereits "Salon Kitty" oder dem "Nachtportier" zugetan war als beispielsweise spekulativem Zeugs wie "Ilsa - She-Wolf of the SS" oder "KZ09". Wer dennoch gewisse Schauwerte braucht: Es gibt eine Vergewaltigung und mehrere Gruppensexorgien, alles natürlich ohne HC. Anscheinend wurde jedoch zusätzliches Porno-Material für diesen Film gedreht, um die ganze Sache noch ein wenig aufzupeppen, meine Fassung war jedenfalls "jugendfrei". Etwas historisches Dokumaterial aus dem zweiten Weltkrieg wurde ferner beigefügt.
Letztendlich gilt für NLC27 fast das Gleiche wie die anderen Vertreter aus diesem Subgenre: Reißerischer Titel, weniger dahinter als man vermutet, seltsam geschmacklos bei deutscher Vorbelastung, wobei man auf den "heißen Scheiß" trotzdem irgendwie wartet. Hier gilt: Gepflegte Langeweile trifft auf Vögeln unterm Hakenkreuz. Ansonsten eher für Komplettisten.