Südkorea 1950: Die Brüder Jin-Tae und Jin-Seok werden bei Ausbruch des Koreakriegs von der Regierung eingezogen und müssen Familie und Habseligkeiten zurücklassen. Jin-Tae setzt alles daran seinen jüngeren Bruder vor den Gefahren des Krieges zu schützen, darum schließt er mit einem Offizier eine Vereinbarung: Er übernimmt die gefährlichsten Aufträge an vorderster Front, dafür wird Jin-Seok geschont. Jin-Tae steigt schnell zum gefeierten Kriegshelden auf, doch von seinem Bruder erntet er nur Verachtung. Der grausame Krieg eines geteilten Landes stellt auch die Blutsbande beider Brüder auf eine harte Zerreißprobe.
Nicht nur die Amis können herbe Kriegsfilme machen, mit Brotherhood zeigen auch die Südkoreaner, das in Sachen schonungsloser Härte sie in nichts nachstehen. Auch wenn der Film ab 16 freigegeben ist wird hier munter gestorben und auch mit ziemlich blutigen Einschüssen auf beiden Seiten.
Im Zentrum stehen aber die zwei Brüder, die für den Krieg gegen den nördlichen Nachbarn zwangsrekrutiert wurden. Der ältere sorgt sich, auch im Hinblick auf die kranke Mutter, um seinen jüngeren gerade 18jährigen Bruder und so nimmt er alle Himmelfahrtskommandos auf sich, um so dafür zu sorgen, das er aufgrund seiner Tapferkeit nach Hause geschickt wird. Der Eifer geht sogar so weit, das er nach dem vermeintlichen Tod des Bruders (er findet dessen Kuli nach einer Massenhinrichtung) sogar die Seiten wechselt und auf nordkoreanischer Seite munter weitermetzelt.
Da der Film etwa drei Stunden dauert nehmen diese Metzeleien reichlich Raum ein, in dem beide Seiten sich an Grausamkeit noch übertreffen wollen. Ganze Dörfer werden gemeuchelt und auch mit insubordinativen Kräften aus den eigenen Reihen wird wenig Federlesen gemacht. Brotherhood bietet eine ganze Menge solcher harten Stoffe und auch das Kriegsgeschehen selbst wird schonungslos gefilmt. Wer die 180 Minuten übersteht, ohne das die eine oder andere Szene an die Nieren geht, hat sich wahrscheinlich auch über den Tod von Bambis Mutter gefreut.
Die Darsteller machen ihren Job soweit ordentlich, auch wenn es mitunter schwer fällt Asiaten in Uniform zu unterscheiden. Für mich der beste Antikriegsfilm, den ich in den letzten Jahren zu sehen bekommen habe und wenigstens wedelt hier auch niemand Pathostriefend mit dem Stars and Stripes Banner rum.
9/10