Review

Glorifizierte Grabbelware


Wenn es hier auf Ofdb noch kein Review zu einem Slasher gibt, dann ist das selten ein gutes Zeichen. Wenn er bisher scheinbar noch kaum bis keine Heimkino-VÖs hatte, spricht das Bände. Wenn im Arrow-Begleitheft fast nur Fakten und Infos heruntergebetet werden, spricht das meist ebenso wenig für das Hauptprodukt. Und wenn der Film trotz prachtvoller Verpackung, Aufmachung und Bildquali der britischen Heimvideospezis am Ende doch nur (wenn überhaupt) mit den Achseln zucken lässt, dann ist das natürlich auch enttäuschend. Leider trifft all das auf diesen eher unbekannten Slasher namens „Death Screams“ zu, der ein paar hslbatarke Jugendliche zwischen Lagerfeuer und Petting mit einem notgeilen Killer konfrontiert…

„Death Screams“ mangelt es nicht an Unzulänglichkeiten. Von monetären bis zu kreativen, von talentierten bis innovativen, von schauspielerischen bis technischen. Die Belichtung ist selbst auf dieser eigentlich exzellenten Abtastung noch oft genug miserabel, ich will mir gar nicht vorstellen wie wenig bis gar nichts man damals auf einer VHS „sehen“ konnte. Die Darsteller sind gefühlt Mitte 30 und sollen Teenager spielen. Zudem schlecht in ihrem „Job“. Die Kills geschehen zu oft offscreen und sind allgemein (selbst für einen der früheren Ableger des Slasherbooms) zu zahm. Die Enthüllung des Killers macht kaum Sinn bzw. hat keinen Effekt. Einige Szenen ergeben noch weniger Sinn und sind wie das Intro einfach chaotisch, dumm und… hä? All das lässt „Death Screams“ zum Teil wirklich und wortwörtlich in keinem guten Licht stehen und fallen. Erst recht wenn man ausserdem noch bedenkt, dass acht Minuten vor dem Abspann noch nahezu der volle Cast quietschfidel und gut gelaunt durch das Dickicht hüpft bevor die „Action“ dann endlich wirklich losgeht und eskaliert. Das ist zu wenig. Das ist zu schwach. Egal wie sehr man Slashern zugeneigt ist. Ein paar Pros gibt’s dennoch: die rurale, waldige Atmosphäre (fast wie ein „Just Before Dawn“) hat ihre Phasen, die Ladies sind zeigefreudig und prachtvoll, es kann das ein oder andere unfreiwillige Lachen geben (Karussellkill). Das war’s dann aber auch schon. 

Fazit: ausblenbarer Früh-80er-Slasher, der lange Zeit mit Leerlauf und Gähnen die Zeit dehnt. Erst spät gibt’s kleinere, blutige und/oder nackte Entschädigungen. Mild guckbar. Für die richtig hartgesottenen Slasherheads. 

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