Was soll man sagen. "Tales from the Crapper" ist ein so dermaßen bodenloser Scheiß, daß nahezu alles vorbei ist!
Regisseur Lloyd Kaufman hat eine Mülltüte auf dem Kopf, nennt sich "The Crapper", springt in L.A.'s Hinterhöfen rum und präsentiert zwei Kurzfilme, jeweils etwa 45 min. lang. Der erste handelt von einem außerirdischen Killer und...naja Julie Strain. Der zweite handelt von einer Vampirstripperinenhorde und naja...Julie Strain. Tja und das war's. Präzisere Infos kann ich nicht liefern. Oder um selbst präziser zu werden: Sehr viel mehr Nachvollziehbares gibt's nicht. Es passiert definitiv nichts!!! Es ist stinkend langweilig!!! Und das von Troma!!!!
Nach eineinhalb quälenden Stunden, o.k., wenn man das Vorspulen abzieht einer halben Stunde, leistet der Film erst einmal einen inszenatorischen Offenbarungseid. "Tales from the Crapper" ist unterstes Amateurheimkino das selbst einem Andreas Bethmann Konkurrenz macht.
Im gesamten Film gibt es exakt ZWEI Splatterszenen, die allerdings so erbärmlich schlecht inszeniert sind, daß selbst der härteste Hund bei der FSK relativ gewissensbißfrei eine "ab 16" Freigabe durchgehen lassen kann. Auch abseits der Splattereffekte dürfte sich die Maskenbildnerabteilung auf eine kleine, verunsicherte Hauptschulpraktikantin beschränkt haben. Das einzige was Kaufman vorbringt ist permanenter Lesbensoftsex, der einen mit Grauen an Jess Francos "beste Jahre" erinnert. Untermalt wird das ganze durch eine kaum hörbare Tonspur bei der gefühlsmäßig auf jegliche Form von Mikrofonen verzichtet wurde. Aber egal, man kann ja Furzgeräusche reinschneiden, was der, ich nenne ihn mal großzügig Editor, auch ausgiebig tut. Das die Optik von ähnlich brillianter Komposition ist, muß ich vermutlich nicht mehr erwähnen. Die jeweilige Dauer der Episoden (großes Wort für solchen Scheiß) von 45 Min. ist eigenlich auch hinfällig, da Lloyd Kaufmann effektiv zweimal 15 Min. Prolog vorbring, die das Kunststück vollbringen noch uninteressanter zu sein als die Hauptfilme. Klar, man sieht noch ein paar mehr halbnackte "Tromettes" (bzw. die O.P.Narben ihrer Silikonkissen), hört noch geballtere Furzgeräusche und dürfte sein Leben lang nicht vergessen, daß Lloyd Kaufman's zweites Buch "Make your own damn movie" heißt. Aber wer will das schon? Trash-Fans? O.K., für die hab ich noch ein "Schmankerl" zum Schluß: Ich habe in diesem Film nicht ein einziges Mal wirklich gelacht, weder über Lustiges, noch über ungewollt Peinliches.
Das einzige was irgendwie, nachdem bereits jeglicher Spaß am Boden liegt und man jeden noch so belanglosen Unterdurchschnitt als Glücksmoment wertet, unterhaltsam ist, ist im Bonusmaterial das Musikvideo " Cannibal-Lesbian Hoedown". Der Name ist Programm und es hat mir ein leichtes Schmunzeln abgerungen. Die DVD hat ein nettes Hologrammcover (jetzt dürfte auch klar sein wo die, von mir geschätzten, 24,50$ Produktionskosten hin sind) und ein handsigniertes Miniposter von...naja Julie Strain. Aber um ehrlich zu sein gibt es eigentlich keinen Grund, dem Film mehr als einen Punkt zu geben. Ich tu's trotzdem. In Gedenken an Toxie und "Terror Firmer".
Was bekommt man also: Zum einen die Erkenntnis, daß selbst in bodenlosem Schwachsinn wie "Terror Firmer"(den ich wirklich geliebt habe) durchaus viel Arbeit steckt. Die Inszenierung war sauber, Story/Dramaturgie war in groben Zügen vorhanden, die Effekte waren genial und man hat sich vor Lachen weggeschmissen. Zum anderen die Frustration 8 Euro für das Ding bezahlt zu haben. Selbst für überzeugteste Trashfans eine bodenlose Enttäuschung. Alle anderen brauche ich wohl gar nicht zu erwähnen.