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Angesichts dessen, was B-Movie-Star Michael Dudikoff („Radioactive Dreams“, „Chain of Command”) in den vergangenen Jahren so an Machwerken hinlegte, ist sein nun schon drei Jahre währende Leinwandabstinenz kein großes Wunder mehr. Zuletzt war er wirklich nur noch in unterirdischen Billigfilmchen zu sehen, die selbst für ihn unwürdig waren. „Quicksand“ stellt seinen letzten Versuch dar, noch mal so etwas einen vernünftigen Film abzuliefern. Bei dem Versuch soll es auch bleiben. Dabei tat er sich hier mit Regisseur Sam Firstenberg zusammen – so etwas wie seinem Ziehvater. Unter ihm gelang Dudikoff bei Cannon durch Filme wie „Avenging Force“, „American Ninja“ und dessen Nachfolger „American Ninja 2: The Confrontation“ erst der eigentliche Durchbruch. Ein gutes Omen also? Mitnichten!

Auch Sam Firstenberg, der seinen letzten guten Film „Operation Delta Force“ nun auch schon vor acht Jahren gedreht hat und inzwischen mit Rotz a la „The Alternate“ seinen guten Ruf besudelt, scheint seine beste Zeit hinter sich zu haben – wenn er, wie es einige Szenen beweisen, auch nicht alles verlernt hat. Man muss sich bei „Quicksand“ wirklich an solche Strohhalme klammern, denn viel Positives gibt es nicht zu entdecken.

Der in Indien gedrehte Militärthriller ist in Nebenrollen mit Darstellern wie Dan Hedaya („Alien: Resurrection“, „The Hurricane“) oder „Spin City“ – Star Richard Kind immerhin einigermaßen prominent besetzt – was nichts heißen muss, denn die Inszenierung ist dröge. Angesichts des arg improvisierten und keineswegs echt wirkenden Militärstützpunkts müssen die finanziellen Mittel doch sehr stark begrenzt gewesen sein.

Dudikoff selbst schliddert hier als militärischer Seelendoktor mitten in ein Konflikt zwischen dem Kommandeur und dessen labiler Tochter, die natürlich seine Patientin ist. Der Bruder, ein ambitionierter Politiker soll später auch noch seine Rolle spielen. Weil Papa sein Töchterlein über Paragraph 8 (geisteskrank) aus der Army haben will, soll Dudi den entsprechenden Befund beisteuern. Der findet sie selbstverständlich sympathisch und wird unter Druck gesetzt etc.

Das ist natürlich nur eine actionlose Standardstory, durch die Dudikoff (ganz schön zugenommen) lustlos schauspielert – bisweilen wirkt es so, als wäre ihm diese Angelegenheit hier wirklich peinlich und das lag wohl weniger an seiner Rolle. Dialoglastig, ohne Abwechslung, spannungsfrei und ohne Überraschungen plätschert „Quicksand“ vor sich hin.

Action ist hier ein Fremdwort. Das kurze Handgemenge mit ein paar Soldaten ist ein schlechter Witz. Bei einer etwas sinnfreien Autoverfolgungsjagd (Waren das Gummibäume oder wie?) darf Firstenberg dann zumindest szenenweise noch mal sein Können aufblitzen lassen. Zu mehr reicht es dann auch nicht.


Fazit:
Extrem schwacher B-Actionthriller, bei dem man das „Action“ eigentlich streichen könnte. Naja, thrillen tut hier eigentlich auch nichts...
Dudikoffs unwürdiger Abgang ist ein mit Goofs versehenes, billiges, langweiliges B-Movie, an dem seine Fans, die wirklich alles von ihm sehen müssen, vielleicht noch interessiert sind. Alle anderen sollten darum einen großen Bogen machen. Trauriger Niedergang eines abgehalfterten B-Stars.

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