Review

Ich glaube jeder kennt diesen Moment, wenn man sich wieder einen Film mit vermeindlichem Star angeschaut hat, der mit seinem Auftritt nicht überzeugen konnte. Dennoch weiß man ganz genau, daß man wieder dabei sein wird, wenn dieser Name in den Credits steht, genauso wie man jedes Mal wieder beim Cover im korrekten Stil zugreifen und wie man auch wieder bei kultigen Titeln hellhörig werden wird.

Doch was macht einen Michael Dudikoff aus? Eigentlich kann es nur American Fighter sein, der genau zur rechten Zeit voll den Nerv einer Generation Kids wie mir traf. Avenging Force kannte man damals nicht, allerdings ist dies wohl der beste Dudikoff ohne Ninjas und noch dazu im Paket mit Steve James. Und sonst? Selbst neben Mel Gibson ist ihm mit Air America kein großer Wurf gelungen, was schon eher an eine Pechsträhne, als nur einen mittelmäßig begabten Schauspieler glauben läßt.

Wird nun eine abermalige Anstellung unter der Regiefuchtel von Sam Firstenberg, der neben den Dudikoff Hits American Fighter und Avenging Force eben auch durch Die Rückkehr der Ninja und American Samurai positiv aufgefallen ist, zu neuem, spätem Ruhm verhelfen? In Anbetracht dessen, daß Quicksand - Tödliche Dosis - übrigens ein absolut dämlich gewählter Titelzusatz, der zunächst nur für unnötige Verwirrung sorgt - als Thriller angekündigt wird, in dem Michael Dudikoff seiner ursprünglichen Ausbildung nachgeht und als Psychologe Bill Turner agiert, habe ich mir schon mal eine mächtige Portion Erdnüsse bereit gestellt.

Obwohl Quicksand direkt mit einer trashigen B - Movie "ungelenker Psychologe vs. Selbstmörder" Szene vorlegt, mußte ich recht bald der Hülsenfrüchte Konsum anstreben (B - Movie Reviews lesen bildet Teil 736: Die Erdnuß ist keine Nuß, Erdbeeren hingegen z.B. aber sind Sammelnussfrüchte), um zur Vermeidung der von Langeweile übermannten Konzentration eine nicht ablenkende Nebenauslastung zu schaffen. Derweil hat Turner in einer Bar auf oder in der Nähe der in den USA gelegenen indischen US Marine Basis - da bin ich mir jetzt nicht sicher - unter der wohl kitschigst möglichen Library Musikuntermalung Bekanntschaft mit einem liebeshungrigen, etwas verbraucht aussehendem Blondchen, das man aber nicht von der Bettkante stoßen würde, geschlossen.

Diesen Plan kann Billy Boy nur getrost knicken, denn zum General zitiert und vom nymphomanischen Gierschlund geleitet, stellt sich heraus, daß Randi Stewart dessen Tochter und auch Turners erste Patientin ist, was sie allerdings nicht stören wird. Verkörpert wird sie übrigens von Brooke Theiss, die in Nightmare on Elm Street 4 gespielt haben soll, woran ich mich aber gerade absolut nicht erinnern kann. Irgendwann viel später verstrickt sich das Ganze noch mit dem politisch aktiven Bruder, der Vater wird ermordet, Randi flüchtet, eine der wohl unfreiwillig komischten Autoverfolgungsjagten sorgt endlich mal für ungewollte Unterhaltung.

Was sich dann zum Ende entwickelt, ich formuliere es mal Spoilernäpfe umschleichend, ist eine Mischung aus vorhersehbar und nicht wirklich mit dem vorher abgelaufenen Film in Verbindung zu bringen. Zumindest sträubten sich etwas die Nackenhaare und das war weder Furcht noch Entzücken. Die wild hin und her geschwenkten Nahaufnahmen des Finales hatten aber schon wieder etwas künstlerisch Wertvolles.

Wenn sich Quicksand etwas mehr an Überzeichnung und konsequenterem Einsatz der unfreiwillig komischen Elemente wie Stunts, die Basis und deren Betrieb ausgetobt hätte, könnte man vielleicht noch von einem Trash Highlight sprechen. Dazu reicht es dann leider auch nicht. Obwohl Michael Dudikoff gar nicht so schlecht spielt, wie man vielleicht erwarten würde, könnte man eine Demontage des inzwischen etwas aufgedunsenen Stars mit der Dauerfrisur attestieren. Die Frage stellt sich nur ähnlich wie oben: Gibt es da viel und vor allem heute noch zu demontieren?

Besonders traurig ist, daß mit dem indischen Set eigentlich ein optischer Charme dargeboten wird, der alten Produktionen auf den Philippinen, von denen es auch aus dem Hause Cannon zahlreiche gab, recht nahe kommt. Das nützt nur nichts, wenn man mit einem halbherzigen Thriller nichts daraus macht. Einen gewissen Restwert hat Quicksand - Tödliche Dosis zwar noch, jedoch sollte man sich gewiss sein, daß nur hartgesottene Filmfreunde hierbei ein kleines bisschen Glück finden werden.

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