Review

Der US-Ingenieur Markham arbeitet im südamerikanischen Dschungel, wo ein Staudamm entstehen soll. Da entführen Eingeborene aus Rache für den Regenwald, der abgeholzt werden soll, seinen kleinen Sohn. Jener wächst daraufhin bei dem Stamm auf. Doch viele Jahre später treffen sie im Dschungel erneut aufeinander.

Bei der Masse an Themen, die in Emerald Forest angesprochen, ist die beinahe standardmäßige Einblendung "basiert auf wahren Begebenheiten" meiner Meinung nach mal wieder mit Vorsicht zu genießen. Was als Entführung eines sechs- oder siebenjährigen Steppkes beginnt, entwickelt sich zu einem Abenteuerfilm, der über Zivilisationskritik über Umweltschutz bis hin zu einem Actionpart und sogar mystischen Einlagen.
Nach der Entführung gibts erstmal National Geograpic pur. Wir lernen das unverdorbenen Naturvolk und deren Riten kennen (der kleine Tomme ist mittlerweile seit 10 Jahren dort heimisch) und schlucken ein wenig als er nach einem Flirt getötet werden soll, was sich allerdings dann doch nur als Initiationsritus entpuppt. Dazu gibts ein wenig Knatsch zwischen dem Stamm der Unsichtbaren und dem Stamm der Wilden als Metapher generell gegen Krieg und Töten und natürlich darf die Abholzung des Regenwalds durch die weißen Eindringlinge nicht fehlen.
Der Film bringt seine Öko Message zwar verzehrgeeignet unter, aber auf Dauer hats dann auch der letzte Zuschauer kapiert, das Bäume fällen ein dickes pfuipfui ist. Nicht ganz schlau wurde ich auch aus dem Misch an Genres, die beteiligt sind. Meist lebt der Smaragdwald von seinen optisch toll gefilmten werten und seiner ökologischen Bildsprache und das sogar recht gut. Zwischendurch und zum Ende wird aber dafür fröhlich gemetzelt, erst indiointern und am Ende um die entfühten Mädchen wieder zu holen. Nicht zu vergessen natürlich der dramatische Familienpart um das Wiedersehen nach zehn Jahren und dessen Entscheidung des Jungen lieber im Dschungel bei Frau und angehender Häuptlingsposition zu verbleiben.
Völlig Panne dafür das aufgesetzte Ende, das jeglichen Bezug zum Realismus mühelos pulverisiert. Ich will nicht zuviel verraten, aber die Beseitigung des Damms hätte nichtmal Fox Mulder rational erklären können. Dennoch gelingt es über weite Teile eine wohlige Abenteureratmosphäre zu vermitteln. Der Film wurde zwar von Kritikern hochgelobt, bietet auch durchaus solide Ansätze, aber zum Klassiker würde ich ihn nicht erheben. Nette Regenwaldromatik mit einer Message, mehr ists denn nicht unbedingt.
6/10

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