Kurz vor der Schließung eines Gefängnisses wird noch ein Mörder auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet, den rigiden Direktor Eaton Sharpe verfolgen die Bilder noch immer in seinen Albträumen. Aus Geldmangel für einen neuen Bau wird nach vielen Jahren der Knast wieder reaktiviert und der berüchtigte Leiter wieder in sein Amt gehievt. Katherine Walker von der Strafvollzugsbehörde ist das ein Dorn im Auge, denn sie tritt für humanitäre Haftbedingungen ein, die beiden haben ihre Differenzen in der Leitung der Anstalt. „Prison“ beginnt wie ein üblicher Gefängnisfilm, zunächst werden die Charaktere eingeführt, bei denen erwartungsgemäß alle Klischees vom brutalen Gewaltverbrecher bis zum smarten Autoknacker bedient werden. Einzig auffällig für den Zuschauer sind die üblen Albträume des Direktors, in denen ihn der verschmorte Killer aus seiner Vergangenheit einholt. Als bei Stemmarbeiten ein paar Gefangene auf die ehemalige Hinrichtungskammer stoßen, bricht eine Art Elektrosturm los und der Killer von damals scheint Rache zu nehmen. Das gibt es in ähnlicher Form auch bei Wes Cravens ein Jahr später gedrehtem „Schocker“, auch diese Variation mausert sich zu einem mit phantastischen Effekten beladenen Horror-Actioner ohne großen Anspruch. Platte Figuren wie den stets heldenhaften Burke, gespielt vom damals noch unbekannten Viggo Mortensen, und seinem Gegenspieler, den gemeinen Brutalo, muss man in Kauf nehmen. Der Bodycount ist nicht exorbitant hoch, dafür bietet „Prison“ ein kleines Aufgebot an recht guten SFX auf, mal eine Verbrennung, mal eine gorige Durchbohrung mit Metallstangen und eine gelungene Verschnürung in Stacheldraht, Bondage a la „Hellraiser“ sozusagen. Obwohl das alles solide inszeniert ist, geraten für den eiligen Blutfanatiker die Dinge vielleicht etwas spät außer Kontrolle, insgesamt kann der Unterhaltungswert überzeugen, da es keine nennenswerten Längen gibt. Regisseur Renny Harlin versteht es immer wieder, mit gleißendem, blauen Gegenlicht in den dunklen, nebelverhangenen Gängen und Räumen für Atmosphäre zu sorgen. Viele Blitze zucken durch die Anstalt, dazu gibt es noch einige Pyroeffekte, statt den Killer aus dem Jenseits die ganze Zeit bei seinem Schaffen zu personifizieren. Aufgrund der Ausrichtung ist auch kaum verwunderlich, dass er kurz danach für „Nightmare 4“ engagiert wurde. Wenn einen die 08/15-Charaktere nicht stören, gibt es zumindest darstellerisch keine großen Ausfälle, Renny Harlin hat einen Cameoauftritt und Kane „Jason“ Hodder ist eingangs kurz zu sehen, allerdings mal wieder maskiert. Jeder wird nach wenigen Minuten erraten, wer überlebt, mit weniger Klischees wäre deutlich mehr drin gewesen. Genrefans dürften sich trotzdem ganz gut, wenngleich anspruchslos unterhalten fühlen.
Fazit: So banal das klingen mag, wäre dieser Horror-Actioner nicht ganz so profan, hätte er locker in eine andere Schreckensklasse aufsteigen können, schlecht ist das allerdings deswegen noch lange nicht. 5/10 Punkten