Review

Eiskalter Schauer


Vielleicht liegt es am generischsten Titel, den man sich aussuchen hätte können (obwohl er ja passt). An der Qualität des Gruslers oder seiner enorm hochkarätigen Besetzung kann es jedenfalls nicht liegen, dass „Ghost Story“ von 1981 viel unbekannter ist als ihm gebühren würde. Erzählt wird über mehrere Zeitebenen von vier Männern, die nicht nur Freunde seit dem Studium sind, sondern damals auch eine grausame, tragische Nacht durchlebt haben, die ihnen und ihren Nachfahren nun in Form einer attraktiven Frau zum Verhängnis wird...

Allein Fred Astaire und Douglas Fairbanks Jr. in diesem Alter nochmal in für sie ungewöhnlichen Rollen zu sehen, ist den Eintritt wert. Aber auch sonst ist John Irvins gelungene Geistergeschichte gerade in der nun eingebrochenen kalten Jahreszeit für die ein oder andere Gänsehaut gut. Es geht um Lust und Frust, über unumkehrbare Fehler und tiefe Schuldgefühle, um Leidenschaft und Rache. Die winterlichen Vibes, eine enorm anziehende Alice Krige, die genannten Legenden in alt aber null müde. Das funktioniert von Jumpscares bis zu ganz gemächlichen Schauerbildern, die im Gedächtnis bleiben. Modernd, madig, faulig - aber das gilt nur für den die Herrschaften terrorisierenden Geist, keine Sekunde für den stilsicheren und schrittfesten Horrorfilm selbst. Unbehaglich und wohlig zugleich. 

Fazit: eine recht klassische, extrem atmosphärische und klirrende Geistergeschichte über Schuld und Schock. Eine exzellente, weitestgehend unterbewertete Mischung aus „Shining“ und „Es war einmal in Amerika“. Kein unbedingter Klassiker - aber dennoch sollten mehr über ihn reden! 

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