Paycheck markiert wohl den Tiefpunkt in John Woo's Karriere. Der Film mag zwar nach einer Vorlage von Philip K. Dick gedreht worden sein, doch von der Klasse von Filmen wie "Face/Off", "M:I-2" oder "Broken Arrow" entfernt er sich meilenweit. Und auch mit anderen Philip K. Dick - Verfilmungen, wie "Blade Runner" oder "Total Recall", kann er nicht mithalten. Zudem stören Hauptdarsteller und J.Lo.'s Hochzeits-Hanswurst Ben Affleck (Dogma) und Nussknacker-Visage Aaron Eckhart irgendwie den Gesamteindruck des Filmes. Darsteller vom Kaliber eines John Travoltas (The Punisher) oder Tom Cruises (Last Samurai) wären besser gewesen. Und Uma Thurman (Kill Bill) kann nur einigermaßen überzeugen. Zwar sind in dem Film Elemente eines typischen John Woo-Filmes zu sehen (u.a. weiße Tauben und Männer die mit ausgestreckten Knarren sich gegenüber stehen), doch nach knapp mehr als fünfundvierzig Minuten Ansehen überkommt einen schon eine leichte Müdigkeit. Einen der größten Brüller beinhaltet außerdem das Bonus-Material der DVD. Dort verrät John Woo in einem Audiokommentar, wie er sich eine Szene bildlich auszumalen beginnt und in etwa so anfängt: "Und dann stelle ich mir vor, wie er mit Waffen in beiden Händen diese Treppe runterkommt!" Fällt dem Mann denn gar nichts anderes mehr ein, als Leute mit zwei Knarren rumlaufen zu lassen? Irgendwie verstehe ich auch nicht, warum ausgerechnet Ben Affleck John Woo's Wunschdarsteller war, zumal dieser schon bessere Filme abgeliefert hat (zB Dogma, Daredevil). Vielleicht wäre es eine nette Abwechslung gewesen, wenn Woo Affleck als Bösewicht besetzt hätte. Denn Ben Affleck immer nur als Good-Guy zu sehen langweilt auch auf Dauer. Als Bösewicht in "Dogma" war Affleck einfach super. Trotzdem bin ich schon auf das nächste Werk von meister John Woo gespannt, da ich ein großer Fan seiner Filme bin.