Review

Das ist er also, der hochgelobte "The Seventh Seal" vom großen schwedischen Filmemacher Ingmar Bergman, von dem ich bis zum heutigen Tage noch kein Werk kannte. Nachdem ich das Ganze aufmerksam verfolgt habe bin ich in vielerlei Hinsicht eigentlich relativ zufrieden damit, vom Hocker gehauen das mich dieses angebliche Meisterwerk jedoch nicht.

Bergman entführt uns ins finstere Mittelalter, direkt an einen schwedischen Strand, an dem sich der tapfere Ritter Antonius Blok mit seinem geliebten Schachbrett aufhält. Er trifft auf den Tod in der Gestalt eines alten Mannes, der ihn zu einer Partie um sein Leben herausfordert. Der Film handelt vom Tod, von Angst, von der Sinnlosigkeit des Seins, dem Teufel und von so allerlei pessimistischem Kram. Das Mittelalter ist der perfekte Zeitraum in dem ein solcher Film spielen kann und an den Locations habe ich überhaupt nichts auszusetzen, allerdings vermisse ich bei einer solchen Thematik einfach die entsprechenden düsteren Bilder dazu, die uns Bergman erst ganz zum Schluss liefert. Einige Gestalten in diesem Film blicken ganz schön finster drein, zudem rafft die Pest die Menschen grausam dahin, es wird von den Toten geplündert und Leute werden gekreuzigt und bei lebendigem Leibe verbrannt. Von solchen Dingen bekommt der Zuschauer aber nicht allzu viel mit, denn die meiste Zeit beobachten wir wie Menschen die sich teils fröhlich, teils gelassen unterhalten. Bergman hätte auf Humor, der in diesem Film absolut nicht angebracht ist, komplett verzichten sollen, um wenigstens eine düstere Grundstimmung zu schaffen. Wirklich bewegend oder einprägsam sind nur wenige der Bilder die uns Bergman zeigt und im Grunde lässt einen der Film doch relativ kalt, was sehr schade ist. Zugang zu "The Seventh Seal" zu finden ist wahrlich nicht leicht.

Antonius Blok ist vollkommen verzweifelt auf der Suche nach Antworten auf seine Fragen, dem Sinn des Lebens und Gott. Ich stehe mit meiner Meinung vielleicht alleine da, doch ich finde das ein paar Emotionen mehr von seitens Max von Sydows, für den "The Seventh Seal" ja den Durchbruch bedeutete, schön gewesen wären. Da hat mir Nils Poppe, der einwenig an Roberto Benigni erinnert, als verträumter Hofnarr schon wesentlich besser gefallen. Er ist mit Leib und Seele dabei, was man von Max von Sydow nur teilweise behaupten kann.

"The Seventh Seal" ist ein sehr spezieller und gewöhnungsbedürftiger Film mit keinerlei Tempo oder Action. Es sind hier durchaus Paralellen zu Jim Jarmusch zu erkennen. Der Score ist toll, aber etwas rar gesät. Die Darsteller sind im Großen und Ganzen in Ordnung, aber nicht überragend. Alles an diesem Film ist eigentlich ganz ok, aber nichts wirklich überragend. Deshalb stellt sich mir ganz einfach die Frage wodurch sich "The Seventh Seal" denn bitte schön von anderen Filmen abhebt.

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