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Schweden, im Mittelalter zur Zeit der Pest: Der Ritter Antonius Block kommt mit seinem Knappen Jöns von den Kreuzzügen nach Hause. Dort begegnet ihm der Tod und verkündet ihm, dass seine Zeit gekommen sei. Block fordert ihn zu einer Partie Schach heraus, um Zeit zu gewinnen. Denn auf der Heimreise versucht der grüblerische Ritter noch denn Sinn des Seins und einen Beweis für die Existenz Gottes zu finden, um beruhigt mit dem Tod gehen zu können. Dabei begegnet er vielen illustren Gestalten.

Das siebente Siegel ist sicherlich eines von Bergmans bekanntesten und am meisten gefeierten Werken und die Frage weshalb erübrigt sich nach der Sichtung.

Bergman inszeniert den Film wie gewohnt in atemberaubenden, schwarz-weissen Bildern mit analysefreudiger Bildsprache und grandiosen Einstellungen. Ebenfalls typisch für Bergman ist die Auseinandersetzung mit vielfältigen Themen der Menschheit, hier insbesondere dem Glauben: der intellektuelle Ritter Block ist in einer Art Glaubenskrise, auch da es ihm sein Verstand erschwert Dinge nicht zu hinterfragen und zu zerdenken. Knappe Jöns ist als Pragmatiker, teils schon Zyniker, der Gegenentwurf bzw. die Kehrseite der Medaille. Er hat seine Antwort und findet all das eher absurd. Diese Beiden sind quasi die Ambivalenz des modernen Menschen. Das Werk bietet aber noch viel mehr Interpretationsansätze, die Bergman anschneidet, damit man sich Gedanken machen kann. Stellung bezieht er dabei aber weniger. Ähnlich wie für seine Charaktere ist der Film auch für ihn und den Zuschauer eine Reise, ohne eindeutige Antworten.

Neben den starken darstellerischen Leistungen, hebt sich der Film vor allem durch eins hervor: Bergmans Werke sind Filmkunst in Reinform, aber nicht zwingend immer sehr unterhaltsam - eher Futter für den Geist. Durch Jöns und seine Art schafft Bergmann hier aber auch, abseits der schweren Themen, einen sehr unterhaltsamen Film, der auch Durchschnittszuschauer begeistern kann. Bravo!

Kurzum:

Großartig inszeniert und gespielt, beschäftigt sich Bergmans Meisterwerk u.a. mit der Frage des Glaubens und liefert sowohl viele Denkanreize, als auch einen hohen Unterhaltungswert.

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