Die Chancen für die Ernennung als Richter stehen für Callum Crane nicht schlecht, bis er sich nach einem alkoholbedingten Aussetzer an seine neue Sekretärin Sophie ranmacht. Zur gleichen Zeit taucht der Kleinkriminelle Nathan Corrigan auf, um seinen leiblichen Vater, Callum Crane, zu besuchen. Crane weiß nicht, dass er einen Sohn hat, und als die beiden sich treffen, beauftragt er Nathan, Sophie zum Schweigen zu bringen. Der nimmt das Angebot zunächst an, doch dann überschlagen sich die Ereignisse.
Im Suff seine neue Sekretärin zu vergewaltigen ist für einen schmierigen Staranwalt und angehenden Bundesrichter in Sachen Karriere eher kontraproduktiv. Aus dieser Prämisse versucht man so etwas wie einen Neo Noir Thriller zu basteln, was aber meiner Meinung nach nur teilweise gelingt. Das liegt schonmal daran, das die erste Hälfte eigentlich nur strunzelangweilig ausfällt. Charaktere werden sehr ausführlich vorgestellt, die Situationen etabliert, aber alles in sehr ruhiger Form. Das ist für einen Thriller zwar nichts grundsätzlich Schlechtes, aber ein wenig mehr Pep darfs dann schon sein.
Etwas seltsam geht das Drehbuch auch mit den handelnden Personen um. Die Story ist aber dermaßen darauf hinkonstruiert das sich das Schicksal der Figuren allesamt überkreuzt, das auch mit entferntem Realismus nichts mehr zu tun hat. Vater gibt jemand einen Mordauftrag, der zufällig dessen unehelicher Sohn ist, der zufällig auch genau nach seinem richtigen Vater sucht. Auch Nathan lernt zufällig die Mitbewohnerin des Opfers durch einen Autounfall kennen, die Liste könnte man beliebig fortsetzen. Das so etwas in Wirklichkeit passiert ist in etwa so wahrscheinlich wie ein 12-blättriges Kleeblatt oder zwei identische Schneeflocken.
In der zweiten Hälfte wirds dann aber interessant. es twistet und turnet munter vor sich hin und das fiese Ende fand ich persönlich ziemlich erfrischend. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg, man darf immerhin Bill Pullman mal als schleimiges Ekelpaket genießen, aber das Gesamtergebnis ist eher durchschnittlich.
5/10