Review

Anthony Hickox darf man nach "Stormcatcher", "Submerged" und anderen hochklassigen Actionkrachern derzeit ohne mit der Wimper zu zucken als leuchtendsten Stern am B-Regisseurshimmel bezeichnen. Auch "Blast!" lässt diesen Stern nicht sinken - wenn gleich mir persöhnlich diese "Stirb Langsam"-Variante an Bord einer Bohrinsel nicht ganz so sehr zusagte. Das liegt aber weniger in den einzelnen Qualitäten von "Blast!" begründet als in seiner allgemeinen Wirkung auf mich. Es störte mich schlicht, daß dieses Hickox-Vehikel nicht ganz so trocken wie andere Terroristen-Actioner daherkommt. Gemeint ist nicht etwa das maritime Szenario sondern der dezent humorige Einschlag, welcher zweifelsohne für Unterhaltung sorgt aber eben das Ganze nicht wie ein waschechtes "Stirb Langsam" wirken lässt. Sicher Geschmackssache: Die einen werdens mögen, die anderen weniger...
Kommen wir zu den Qualitäten von "Blast!". Wie beim Namen Hickox mittlerweile üblich, darf man sich auch hier auf eine tolle technische Umsetzung auf Beinahe-A-Niveau freuen. Zudem ist der Schauplatz einer Bohrinsel im Prinzip unverbraucht und mal eine nette Abwechslung zu Hochhaus und Flugzeug. Ganz anders verhält es sich natürlich in Sachen Inhalt: Dieser bietet leider absolut nichts Neues und reiht nach etwas zähem Auftakt nur ein bekanntes Genreelement ans nächste: Hubschrauberlandung aus "Under Siege", "Weihnachtsfeier" aus "Stirb Langsam", "S.E.A.L.S-Gemetzel a la "The Rock" und als Sahnehäubchen quasi noch der im Genre auch sehr beliebte finale Raketencountdown. Könnte man jetzt im Hinblick auf so manchen frechen Spruch natürlich gutmütig als Parodie bezeichnen, ich persönlich hätte mir aber unterm Strich doch etwas mehr gewünscht.

So furchtbar toll funktioniert nämlich das schlagfertige Buddygespann aus Ex-Fußball-Star Eddie Griffin und Breckin Meyer dann auch nicht. Sicher, für die Verhältnisse ists sicher ordentlich aber mit den großen Action-Duos eines "Lethal Weapon" oder "Nur 48 Stunden" kann dieses junge Zweigestirn einfach nicht mithalten. Einen fies dreinschauenden Bösewicht gibts dafür noch in Peron von Vinnie Jones und auch Deutschlands kleiner Hollywood-Export Hannes Jaenicke gibt sich ein Stelldichein.
Actionseitig gibts in "Blast!" natürlich ordentlich auf die Mütze: Nette Explosionen, einige (aber meinem Empfinden nach zu wenige) blutige Einschüsse und besonders im Falle der "Schlampe" nette Nahkampfeinlagen sorgen für Kurzweil. Recht spektakulär schließlich noch eine bleihaltige Abseilaktion an der Bohrinsel. Als etwas störend erweist sich leider noch der zurückhaltende aber dennoch auffällige Stockfootage-Einsatz beim Flugzeugeinsatz im Finale mit einer unglücklichen Szenenwahl, die irgendwelche Jets von F-14 abwärts zeigt aber in keinem Falle das, was heutzutage realistisch wäre. Das war unnötig angesichts der Vielzahl hier zur Verfügung stehenden Materials...

Fazit: Auch wenn "Blast!" mit persönlich aufgrund seiner Leichtfüßigkeit und der zwar abwechslungsreichen (beachtlich: Fallrückzieher mit Handgranate) aber für meinen Geschmack zu wenig nüchternen und realistischen Action nicht ganz so zusagte, eine Empfehlung für den Genrefan ist allemal drin!

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