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Mannaja [ Maurizio Merli ] kommt in Begleitung eines gefangenen Strauchdiebes nach Suttonville, um das Kopfgeld zu kassieren. Dort ist aber kein Marshall vorhanden, sondern die Stadt wird von dem übermächtigen McGowan [ Philippe Leroy ] kontrolliert, der sein Geld mit der Ausbeutung einer Silbermine verdient. Mannaja hat eh noch eine Rechnung mit dem Herrn offen, da passt es ihm ganz recht, dass sich dessen Schergen unter Führung von Voller [ John Steiner ] gleich bei der Ankunft mit ihm anlegen..

„Wirf den Revolver weg !“
„Kommen Sie, Voller. Soll ich auch noch die Hose ausziehen ?“
Ordentlicher, aber eigentlich auch recht durchschnittlicher Italowestern, der sein gewohntes Programm ganz gut abspult und ruhigen Gewissen anzuschauen ist. Mehr aber nicht, woher der seinen Kultstatus hat ist nicht ganz ersichtlich, was so Besonderes wird auch hier nicht geboten.
Mannaja hätte jetzt auch DJANGO oder SARTANA oder KEOMA heissen können, letztlich ist die Story vom einsamen Rächer immer dieselbe, und auch die Wege bis zum Endziel gleichen sich doch auch auf verblüffende und eintönige Weise.
Dabei versprach der Anfang etwas Abwechslung, Mannaja verfolgt im nebligen Sumpf den Gesuchten und nagelt ihn dann mit einem wuchtigen Beilwurf an einen Baum, wobei gleich die rechte Hand mit einem harten Schnitt abgetrennt wird.
Das Beil wird auch später noch eingesetzt, hätte allerdings ruhig etwas öfters passieren können, ansonsten wird sich auf altmodische Art beschossen. Ab und zu explodiert auch mal etwas, gar nicht so schlecht übrigens.
Erfrischend war auch, dass er sich mit dem eigentlichen Hauptgegner McGowan verbündet und zusammen gegen dessen hinterfotzigen Nebenbuhler Voller vorgehen; der kurze Plottwist in der Mitte war auch ok.
Scoremässig greifen die De Angelis Brüder scoremässig wieder ihren bärigen Sprechgesang aus KEOMA zurück, kam hier ehrlich gesagt besser herüber. Vor allem da die Frauenstimme weggelassen wurde, und Mannaja nicht ganz so hippiemässig wie sein Vorgänger wirkte; dafür mehr wie eine Mischung aus Chuck Norris und Asterix aussah, da rettet auch die Bud Spencer Synchro nur wenig.
Regie hat soweit gefallen, Sergio Martino [ DIE WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN, PACO - KAMPFMASCHINE DES TODES ] bringt einen guten Schuss unheimliche Atmosphäre mit hinein, die gelbe staubige und wie tot aussehende Umgebung wird exquisit genutzt, einige leckere Schnitt/Musikkompositionen sind auch versucht worden und der beinahe religiöse Schnickschnack aus KEOMA wurde auch weggelassen.
Wünschenswert wäre dann wirklich nur noch eine neue Geschichte gewesen und mal andere Wege gehen, meinetwegen ins Horrorgenre hinein.
So aber ist wirklich Dutzendware. Und ich schau schon nicht viele Italowestern.

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