Review

"Mannaja" ist ein typischer Vertreter des späteren Italowesterns, der seine Sache aber ausgesprochen gut macht. Besonders zu loben wäre da die erste Hälfte des Streifens, von der ich wirklich ganz begeistert war. Da stimmte einfach alles: das Flair, die Optik, ja sogar die Texte waren ganz gut.
Bei etwa 45 Minuten allerdings erlebt der Film einen ziemlich starken Bruch: plötzlich ist vieles nicht mehr so stimmig wie vorher, und man verfällt in viele blöde Klischees, die man vorher einigermaßen vermieden hatte. Am dümmsten dürfte in diesem Teil des Films wohl die kitschige Rückblende auf den Mord sein, der Mannaja´s Grund für seine Rache ist - das ist alles einfach nur unfreiwillig komisch... Ebenso kommt dann die (in den meisten Italowestern eben unvermeidbare) "Einer-gegen-Alle-Szene", in der die Hauptperson trotz einer schweren Beinverletzung quietschfidel herumspringt und 28 Gegner beinahe alleine fertig macht - das ist Blödsinn!
Aber zum Glück kriegt der Film dann wieder die Kurve und findet zu seiner starken Linie zurück (wenn auch nicht mehr ganz so toll wie am Anfang) - so überrascht er danach sogar mit einigen unerwarteten Wendungen. Ja, sogar der zuvor eingeleitete Ansatz einer schwülstigen Liebesgeschichte wird radikal abgewürgt - Gott sei Dank!

Fazit also: ein sehr starker, dreckiger Italowestern, der viele Pluspunkte sammelt, interessante Wendungen und vor allem brillante Bilder bietet (die tolle Kameraarbeit kann ich gar nicht genug loben)! Wäre da nicht dieser Durchhänger in der Mitte des Films, dann hätte er sogar einer meiner Lieblingswestern werden können.

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