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"Mannaja" zählt nicht nur zu den letzen Italowestern die es gibt, sondern auch zu den fiesesten. Der Held dieses finsteren Epos ist Mannaja. Mannaja ist kein Mann großer Worte, sondern ein Mann der Tat. Das letzte was er kennt ist Erbarmen, halt ein Antiheld wie er im Buche steht. Wenn es mal eng wird greift er  zum Revolver oder zur Winchester, am liebsten macht er seinen Gegnern jedoch mit seinem geliebten Beil den Garaus. Eigentlich will Mannaja ja nur sein Kopfgeld von 5000$ einsacken, doch natürlich kommen ihm ein paar Gauner in die Quere. 

Man merkt förmlich das hier niemand am Werk war, der sonderlich viele Western abgefilmt hat, sondern jemand der eher der italienischen Erotik- und Horrorriege zuzuordnen ist, nämlich Sergio Martino. Gore-Effekte usw sind im Italohorror Gang und Gebe und so verzichtet Martinio auch hier nicht gänzlich auf die rote Flüssigkeit, die Splatterfreaks so lieben. Wenn Mannaja sein Beil des Todes wirft verabschiedet sich da durchaus eine Hand und bei den vielen Shootouts spritzt das ein oder andere Mal auch Blut, wenn auch nicht übermäßig.

"Mannaja" ist ohne Frage ein toll gefilmtes Stück Italowestern, herrlich verdorben, mit einer unglaublich dichten Atmosphäre, einem klasse, aber leider etwas rar gesätem Score, einer schmutzigen Optik und nicht zuletzt natürlich einem großartigen Maurizio Merli. Bei seinem finsteren Blick kann man es ja richtig mit der Angst zu tun bekommen. Für einen Italowestern, aus denen man ja eigentlich nur ausgetrocknete Prärien usw gewohnt ist, scheint hier erstaunlich selten die Sonne. Wäre storytechnisch noch mehr drin gewesen hätte ich gesagt, dass "Mannaja" ein super Western ist, dem es an nichts mangelt, aber da der Plot leider etwas zu gewöhnlich daherkommt sehe ich Martinos verdorbenes Epos "nur" als gut an.

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