Inhalt und Kritik zu "Mannaja-Das Beil des Todes"
Kopfgeldjäger Mannaja kommt in eine von einem Ausbeuter beherrschte Stadt und legt sich prompt mit dessen rechter Hand, dem hinterlistigen Waller an. Dessen Privatarmee zwingt ausserdem die wenigen Dorfbewohner, in Minen zu schuften. Höchste Zeit, dass einer den Mut aufbringt, den gemeinen Hunden das Handwerk zu legen - mit voller Portion Blei (und Axt), zumal der gemeine Diktator auch noch Mannajas Vater auf dem (schlechten) Gewissen hat.
Größtenteils reitet Martinos "Mannaja" auf den Spuren von Corbuccis "Django" und Castellaris "Keoma", nur im Gegensatz zu so manchem "Nachfolger" dieser Klassiker kann er tatsächlich mithalten! Der Western ist dreckig, gemein, schonungslos, baut gar nicht erst einen echten Sympathieträger auf und weidet sich in kompromisslosen Bildern. Getragen wird all der Zynismus von toller Atmosphäre, die düsterer nicht sein könnte. So wird aus den einsigen Wild-West-Mythen ein echter Alptraum, wo gelitten und gerächt wird. Von den Bildern her erinnert "Mannaja" eher an einen Horrorfilm, von der Geschichte her könnte er eher einem brutalen Actionfilm gleichen, so was kann sicher ganz schnell in die Hose gehen. Martino hats wie so oft gerettet. Ein Mann mit viiiieel Gespür für beeindruckende Bilder, die so manche Klischees und Unstimmigkeiten vergessen lassen. Er trägt den Dirty-Western mit seinen winzigen Plot-Twists zum Ziel, schafft einen wenig beachteten Klassiker.
Es sei erwähnt, dass Martino auch um einiges graphischer zu Werke geht, was die Gewaltdarstellung betrifft.
Also: Kamera ist großartig, Schauspieler und Plot ok, nur die Musik kann nicht mit den Vorbildern standhalten.
Fazit: Für Fans des härteren Italowesterns ein echtes Festessen!
Härtegrad: 6 von 10
Gesamteindruck: 9 von 10