Review

David Heavener strikes back!
Ein suspendierter Cop (Anthony-Perkins-lookalike Heavener) versucht, Morde an mehreren Prostituierten aufzuklären. Dabei geraten verschiedene Personen in seine Untersuchungen, zudem scheint er sich in eine geheimnisvolle Tänzerin des Rotlichtmillieus zu verlieben...
Wow, was für eine Story! Immerhin gibts einige kleine Feinheiten, so sind die Opfer schwangere Nutten und die schlußendliche Auflösung ist zumindest nicht alltäglich (ich habe immerhin eine Stunde gebraucht, bis ich die richtige Ahnung hatte, hrhr)

Schade ist erstmal: Der Film nutzt seine Existenz als schmieriges kleines Hinterhof-Filmchen nicht, um gewagtere Bilder und brutalere Szenen auszukosten. In diesem Bereich sind die Schauwerte eher zahm. Generell ist das Geschehen auch recht unspektakulär: keine Einschüsse, keine Explosionen, keine harten Schlägereien. Und die gesichtete Fassung war ziemlich sicher uncut (US-Pressetape).
Was wir dafür bekommen (wir sichten ja einen EROTIK-Thriller), ist langweiliges, ungeiles, 90er-mäßiges Softsex-Gehampel mit kinky Akzent. Diese Szenen wirken dann auch wie von einem schlechten Softporno in die Handlung geschnitten.
Immerhin gibts ein klein wenig Blut durch Messergehampel.

Die one-man-show Heavener hat also einen kleinen, leicht perversen (Stichwort: Messergriff im Arsch... nein, nicht explizit zu sehen) Streifen zurechtgebastelt.
 Und dieser wirkt in allen Belangen wie eine Früh-90er-Produktion, ist jedoch laut Abspann von 2001 (nicht von 2002, wie auf der Hauptseite angegeben).
Man wollte wohl einen echten Crime-Knaller auftischen, und hat zwei der populärsten Filmelemente der 90er zusammengematscht: Serienkiller und Erotikthriller (ja, der gute David hatte diese Idee wirklich nicht als erster...)
Die Serienkiller-Thematik wird eigentlich kaum behandelt, einige Zutaten, wie der crazy Seelenklempner, zu schnell verheizt oder ganz verschenkt.
Ambitionen sind durchaus vorhanden, man würde schon gerne mit den Großen in der A-Liga spielen, dafür reicht es aber wirklich noch nicht. Regie, Schnitt und generelle Optik entlarven den Streifen in fast jeder Einstellung als günstiges B-Produkt mit allen erdenklichen Standart-Krimi-Szenen und Klischeehaften Figuren.

Die musikalische Untermalung ist auch recht bescheiden: Standart-80er-Detektiv-Saxophon-Blues schleicht sich durch nahezu jede Szene; weiterhin gibt es ätzende, "Eurodance"-artige Computer-Müllmusik und richtig üblen Softrock, intoniert von... David Heavener! Hurra.
Insgesamt hat die Ein-Mann-Armee Heavener leicht sleazige, handwerklich überraschungsarme B-Kost abgeliefert. Auch einige bekannte B-Movie-Gesichter sieht man hier gerne wieder. Das Ende allerdings ist sehr enttäuschend.
Guckbar, aber natürlich kein großer Wurf. Und die meisten Titten im Film sind schäbige, Medizinball-große Plastikhupen. 4/10

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