Im Jahre 1815 sind die Schwestern Ginger (Katharine Isabelle) und Brigitte (Emily Perkins) nach dem Tod ihrer Eltern unterwegs ins Nirgendwo. Als Brigitte sich in einer Bärenfalle verletzt, finden die Beide Unterschlupf im Fort Bailey (ja, wie die Stadt, Bailey Downs aus Teil 1). Die Männer dort leben auf der Hut, denn eine Meute von Bestien lauert in den Wäldern und der Versorgungstrupp ist zwei Monate überfällig. Als Ginger hinter ein grausiges Geheimnis kommt und selbst von einem Wolfsmenschen gebissen wird, nimmt das Schicksal seinen Lauf und die Situation eskaliert.
Grant Harvey liefert mit "Ginger Snaps III" das Prequel zu "Ginger Snaps" ab. Dabei kann er einige neue Hintergrundaspekte in die Story bringen, auch wenn dazu die Interpretation der Zuschauer nötig ist.
Die Story an sich ist sehr spannend und mit einigen Schocks garniert. Atmosphäre kommt vor allem durch die düsteren Sets, aber auch das feindselige Verhalten der Figuren auf. Es zieht sich eine enorme Bedrohlichkeit durch den Film, vom Anfang bis zum Grand Finale.
Da der Film im 19. Jahrhundert spielt, fällt ein gewisses Augenmerk auf die Ausstattung. Diese ist wirklich gut und wirkt immer äußerst authentisch. Von der Kleidung über die Kulissen bis zu den Waffen stimmt alles.
Stand im ersten Teil noch Ginger und im zweiten Brigitte im Mittelpunkt der Handlung, so sind es diesmal beide Figuren, auch wenn Ginger erneut die Verwandlung durchmacht. Der Mythos der Fitzgerald-Schwestern wird hier dargelegt, ebenso der Fluch, der auf beiden liegt.
Die Optik des Films unterscheidet sich stark von den anderen beiden Teilen. Zum einen wegen der veränderten Zeit, in der alles spielt, zum anderen durch nette Farbfilter, die die Bilder in ein kaltes Blau tauchen. Da die Mystik in diesem Teil eine große Rolle spielt, was sich durch viele Visionen und Traumsequenzen bemerkbar macht, kommt der Schnitt sehr stark zum Vorschein und die Bildsprache, welche perfekt ist, fällt auch mehr ins Gewicht. Im letzten Akt kommt dann auch etwas mehr Tempo auf, was sowohl cinematographisch als auch schnitttechnisch sehr gut umgesetzt wurde.
Was die Schauspieler angeht, so kann ich mich nur einmal mehr vor Emily Perkins und Katharine Isabelle verneigen. Die beiden wurden für diese Rollen geboren.
Das Männer-Ensemble ist auch großartig. Hier finden sich schön zwiespältige Charaktere und einige echte Antipathisanten.
Fazit:
Mit "Ginger Snaps III – Der Anfang" bekommt die Geschichte der beiden Schwestern einige ganz neue Facetten. Viele verquere Hinweise auf den ersten Teil werden vor allem die Fans erfreuen. Ansonsten gibt es einen Film mit toller Atmosphäre, großartiger Visualisierung und opulenter Ausstattung. Besser als der Zweite, aber der Erste bleibt unerreicht.
13 von 15 Punkten (= 1-)