Direkt nach dem Drehende zu Teil zwei, fing man mit dem Prequel an, welches die hohe Qualität der Reihe gut halten kann. Man investierte sogar etwas mehr Kohle in die Entstehung von " Ginger Snaps Back ". Nach der Premiere auf dem Fantasy Filmfestival, ging der Film Direct To DVD. Die Trilogie um die beiden Fitzgerald Schwestern ist nun vollzählig und wir werden wohl auch keine Fortsetzung mehr zu Gesicht bekommen. Wie beim zweiten Teil durfte auch hier wieder ein neuer Kurzfilmregisseur auf dem Regiestuhl platz nehmen.
Wir schreiben das frühe 19. Jahrhundert. Die beiden Schwestern Ginger (Katharine Isabelle) und Brigitte (Emily Perkins) haben ihre Eltern verloren und irren nun allein durch die verschneiten Wälder. Bald stoßen sie auf ein großes Fort, welches der Nothern Legion Trading Company gehört. Die Beiden wiegen sich vorerst in Sicherheit, doch ein Fluch scheint auf dem Fort zu liegen. Denn in den Wäldern hausen blutrünstige Werwölfe, welche dir Truppe schon drastisch dezimiert haben. Leider wird auch Ginger bald gebissen und die Verwandlung schreitet konstant fort. Brigitte versucht ihrer Schwester mit allen Mitteln zu helfen, doch auch die Stimmung im Fort wird immer aggressiver. Schließlich traut Keiner mehr dem Anderen und es kommt zum offenen Konflikt. Brigitte muss sich nun entscheiden, ob sie weiter zu ihrer Schwester halten soll.
Um diesen speziellen historischen Touch zu erlangen, verfrachtet man das Prequel gleich ins 19. Jahrhundert. Besonders punktet hier die historische Kulisse, welche sehr authentisch daherkommt. Die verschneiten Wälder bieten tolle Bilder, wirken gleichzeitig auch beunruhigend und ungemütlich. Das große, hölzerne Fort hat man nach damaligen Verhältnissen erbaut. Auch dort ist es kalt, es gibt viele dunkle Gänge oder Verstecke. Außerhalb der Fortmauern ist man nicht sicher, denn hier treiben Dutzende von Werwölfen ihr Umwesen. Auch der schon zwei Monate überfällige Vorratstransport ist nicht angekommen und die restlichen Überlebenden laufen langsam aber sicher auf dem Zahnfleisch. Alles hier wirkt düster und bedrohlich, es gibt keine freundlichen Bilder. Genau das Selbe kann man über den Score sagen. Traurig, träge, spannungsunterstützend fallen die verschiedenen Melodien oder Sounds auf.
Durch diese dichte, unheimlich intensive Atmosphäre kann man das hohe Spannungsniveau den ganzen Film über halten. Es passiert auch ständig etwas. Ginger und Brigitte werden durch den Wald gejagt, die Werwölfe attackieren das Fort und holen sich ihre Opfer. Ginger wird gebissen und verwandelt sich immer mehr in eine Bestie und auch die Reibereien innerhalb des Forts steigen auf ein Maximum. Die Werwolfattacken fallen hier sehr blutig aus. Das Blut darf richtig spritzen und nur selten bekommt man einen Mord nicht zu sehen. Meistens hält Harvey aber voll drauf und mit dem Blutegeltest ist sogar eine nette Splattereinlage im Film enthalten. Für eine FSK 16 Freigabe ab und an sehr großzügig, wobei auch der Bodycount nicht sonderlich hoch ist.
Wie schon beim zweiten Teil könnte das Ganze etwas schneller von Statten gehen. Es gibt keine Längen in dem Sinn, aber die Einführung der einzelnen Charaktere im Fort ist doch zu tiefgründig für einen 90 Minütigen Horrorfilm. Auch weil hier einige Klischees vertreten sind, wie der zu nette Fortkommandeur, der ewig Streitsuchende, der allwissende Jäger, die üblichen Charakere eben. Die Figuren sind zwar bunt zusammengewürfelt, man mischt die verschiedensten Charaktere, doch dass es hier zu Unruhen kommt ist viel zu vorhersehbar. Ein bisschen hapert es auch an der Story. Man erfährt zwar warum sich die Werwölfe so drastisch vermehrt haben, aber es würde mich mehr interessieren wie es überhaupt zu dem Werwolfaufkommen in dieser Gegend kam. Die tragische Geschichte um die Eltern von Ginger und Brigitte wird auch nur viel zu kurz angeschnitten. Wendungen gibt es nur Wenige, man verlässt sich ganz auf die Spannung, Schockeffekte und die markige in Szenesetzung von Grant Harvey. Damit ist man auch gut beraten, denn der Mann hat es wirklich drauf.
Bei den Darstellern kann ich nur positiv urteilen. Katharine Isabelle und Emily Perkins machen Beide einen tollen Job und spielen die restliche Rige locker an die Wand, wobei Diese sich auch auf erfreulichem Niveau bewegen.
Auch die Maske leistet tolle Arbeit. Hier arbeitet man noch größtenteils mit schwieriger Handarbeit, nur ein paar Werwolfszenen sind am Computer entstanden. Für einen B-Horrorfilm ist der allgemeine Look trotzdem beachtlich.
Hat alles was ein Horrorfilm braucht. Spannung, ein paar Schocks, blutige Morde, eine bedrohliche Atmosphäre und zwei gute Hauptdarstellerinnen. Ein paar Mankos sind natürlich inklusive, fallen aber kaum ins Gewicht.