Die rothaarige Ginger (Katharine Isabelle) und die schwarzhaarige Bridgette (Emily Perskin) ziehen allein durch einen finsteren und schneebedeckten Wald auf der Suche nach einer Unterkunft. Noch wissen sie noch nicht von den Flüchen, die über diesen Wald haften, bis sie einer indianischen Seherin begegnen, welche sie bittet, "den Jungen" zu töten. Sie erreichen ein Fort, herzlich unwillkommen werden sie als ungebete Gäste aufgenommen, der Ortspriester wittert aber schon baldige Gefahren der vermeintlichen "Schlampen", die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben. Und so muss es alsbald folgen, dass Ginger eines Nachts von dem, als Werwolf entstellten Jeffrey (der Junge) gebissen wird. Ginger beginnt sich zu verändern, das Fort leutet ein Ginger zu töten, doch die Liebe der beiden Schwestern Ginger und Bridgette ist grösser.
Ginger Snaps 3: Der Anfang präsentiert sich als Prequel für die beiden Vorgänger, die thematisch in einem amerikanischen Ort spielten und die Geschichte zweier ungleicher Geschwister erzählten und als Aussenseiter gelten. In diesem dritten Teil, spielend im 19.Jahrhundert bietet sich zwar dasselbe Grundgerüst des ersten Filmes, storytypisch, kristallisiert sich vornehmend die enge Beziehung der beiden Schwestern heraus um unter schweren Umständen Ginger zum Werwolf werden zu lassen. Die beiden gegen den Rest der Welt, lautet auch in diesem dritten Teil die Grunddevise der beiden Schwestern, vermissen lässt man aber hier die typisch aufmüpfigen Gothicpunk-attitüden welche sie in den ersten Teilen an den Tag legten. Hier wird sich grundlegend auf herzerweichenden, kaltkühlen Gothichorror fixiert, der zwar irgendwo besonders schön als Gruselfilm mit Romantikanleihen hervorsticht, aber mit den ersten Teilen und mit dem Charme dieser rein gar nichts mehr zu tun hat. Schade, auch wenn Ginger Snaps 3, dass auch gar nicht beabsichtigt und eher als Vorgeschichte dienen will. Der Film hat gewiss neuen Charme, die kühlen Bilder der verschneiten Wälder, die Szenen auf dem dunklen Fort-friedhof und die Innenaufnahmen des alten Forts erfüllen ihren Zweck, keine Frage atmosphärisch ist das ohne weiteres und zieht einen auch mal in seinen Bann, trotzdem muss der Film sehr viele Längen in Kauf nehmen. Für die Verwandlung Ginger's zum Werwolf wird zuviel Raum geboten, zwar genügend und befriedigenden Raum um die Beziehung der beiden Schwestern ausserordentlich zu durchleuchten, aber eben dann zuviel Raum, um den Zuschauer nicht zu langweilen. Gewiss, der Anfang kann einiges, da man eben nicht weiss, welchen Gefahren die beiden Mädchen ausgesetzt sind, und warum sie in dem Fort so unerwünscht sind, bietet Raum für Spannung, der Mittelteil, vorallem die Aufklärung um den Fall der beiden Mädchen bedarf zuviel Zeit, so ist es aber das Ende, der den Film wieder rettet. Fixierte sich der Film stellenweise auf biederen Gothichorrorcharme, so erleben wir das Ende, Ginger Snaps like wieder extrem blutig und exzessiv, selbst wenn sich Ginger nie selbst wirklich zum Werwolf verwandelt. Ihre Mitstreiter geben abermals eine leicht trashig anmutende Figur ab, Werwölfe sind eben eine Sache für sich, letztendlich passte es aber zum übrigen Kontext. Das Schauspiel der beiden Schwestern ist ohne weiteres hervorragend, vorallem Emily Perskin als niedergeschlagene aber tapfere Schwester hebt sich dort sehr hervor und Ginger (Katharine Isabelle) sieht einfach nur wunderbar schön aus und zieht gewiss jeden männlichen Zuschauer in ihren Bann. Herrlich, das Make Up, als sie langsam zum Werwolf mutiert, einfach bloss herrlich schön und die Mimik der Frau ist ein Beispiel dafür, was eine gute Schauspielerin ausmacht. In ihrem Gesicht verzeichnen sich alle Emotionen ohne aufgesetzt zu wirken. Genug der Schwärmerei, aber was solls.
Fazit:
Auch wenn sich der Film thematisch und inhaltlich in seiner Entwicklung an den ersten Teil anleht, weiss er als eigenständiger Film zu überzeugen, vorallem weil man eben Location, Charme und Zeitalter ausgewechselt hat. Die beiden Geschwister sind überaus herausragend und so bietet sich der Film als kleines verträumtes Gothichorrorfilmchen an, der mit stellenweise expliziten Goreszenen auftrumpfen kann und somit nicht gesamt in schnulziger Gruselromantik versinkt.
7/10